The Streets

The Streets (Presspic 2020 Universal)

Hinter dem satten Namen The Streets steckt ein einziger Mensch: Mike Skinner aus Birmingham, seines Zeichens Rapper und Multi-Instrumentalist. Mit nonchalant vorgetragenen Texten und lässigem Sound zwischen Hip Hop und 2Step spricht er vielen aus den Straßen Englands aus dem Herzen. 2020 erscheint nach neunjärhiger Pause das lang erwartete neue Album "None of Us Are Getting Out of This Life Alive", das jedoch unter der Rubrik "Mixtape" firmiert und mit Gaststars wie Tame Impala, Idles oder Ms Banks aufwartet.

"Eine Art Rap-Duettalbum", so nennt Skinner das neue Album von The Streets, denn jeder Track hat mindestens einen Feature-Gast und zu den Komplizen auf "None of Us Are Getting Out of This Life Alive" gehören unter anderem Idles, Ms Banks, Jesse James, Donae’O, Kasien, Jimothy Lacoste, Rob Harvey, Chris Lorenzo. Auf der ersten Single sind die Psychedelic-Indie-Kombo Tame Impala zu hören und sie geht an alle Menschen, die sich während der Corona-Krise 2020 in Selbstisolation wiederfanden:

Video: The Streets, Tame Impala - Call My Phone Thinking I’m Doing Nothing Better

Biografie The Streets: 

1978 geboren als Michael Geoffrey "Mike" Skinner im Nord-Londoner Stadtbezirk Barnet - laut ihm "Barratt-Klasse: vorstädtische Eigenheimsiedlungen, nicht arm, aber auch nicht reich, wirklich langweilig" (in Anspielung auf Barratt Developments, eine der größten britischen Baufirmen) - beginnt er Ende der 1990er in Fast-Food-Restaurants zu jobben, mit dem ehrgeizigen Ziel ein eigenes Plattenlabel zu gründen. Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Skinner ein eigenes Keyboard und als Teenie funktionierte er sein Schlafzimmer zum Aufnahmestudio um. Die Familie lebt mittlerweile in Birmingham, wo Skinner auf andere Rap-Begeisterte trifft und mit ihnen Hip-Hop- und Garage-Stücke schreibt.

2000: Unterdessen verschickt er unermüdlich Demo-Tapes an dieverse Plattenfirmen und das Label Locked On greift schließlich zu und veröffentlicht seine erste Single "Has It Come to This". Der Song mit lässigem Cockney-Dialekt und luftigem Mix aus 2Step und Garage atmet die Attitüde von US-Acts wie Beastie Boys oder Run DMC, transportiert diese jedoch in die Herzen der Londoner Clubs.

Skinner lebt nun auch in der Metropole und produziert im Viertel Brixton sein erstes Album "Original Pirate Material", das 2002 erscheint und gleich für den renommierten Mercury Music Prize nominiert wird.

Video: The Streets - Has It Come to This?

2004: Das The Streets aber mehr zu bieten hat als catchy Club-Hymnen beweist sein Zweitling "A Grand Don’t Come for Free", ein Konzeptalbum voller lakonischem unsentimentalen Storytelling, das vom Verlust von 1.000 Pfund Sterling sowie seinen Versuchen, das Geld zwischen Wetten, Dorgenabstürzen und One-Night-Stands wiederzufinden, erzählt.

Daneben sind die Tracks aber vor allem Geschichten über die Höhen und Tiefen einer Beziehung. Der Tonspion vergab damals die volle Punktzahl und sprach von einer neuartigen, frischen "Mischung aus Hörspiel und Ein-Mann-Theaterstück".

Video: The Streets - Fit But You Know It

2005: Während die gnadenlose britische Boulevardpresse sich über Skinners Skandale hermacht, die alle Popstar-Zutaten wie Alkohol und Drogen beinhalten, produziert er zwei Alben von den Grime-Artists (hier ist er seiner Zeit musikalisch weit voraus) Mitchell Brothers und Kano. Zudem veröffentlicht er einen kongenialen Remix zum Hit "Banquet" der Britpop-Stars Bloc Party, in dem er über dem Track erzählt wie er der BBC-Moderatorin Jo Whiley reuevoll ein geklautes Mikrofon zurückgibt.

2006 erscheint das dritte Album "The Hardest Way to Make an Easy Living" und schafft einen neuen Rekord, nämlich für das längste Musikvideo der Welt. Er übertrifft damit den bisherigen Spitzenreiter, "Thriller" von Michael Jackson, denn "Deluded In My Mind" bekommt einen 20 Minuten langen Kurzfilm. Für den Sampler "Radio 1 Established 1967" nimmt er 2007 den herzergreifenden Elton-John-Song "Your Song" in einer Coverversion auf, in der er ein wenig wie Kermit, der Frosch an einem klimpernden Pub-Piano klingt und der einen dennoch absolut zu berühren vermag.

Nach dem vierten Werk "Everything Is Borrowed" 2008 und einem kurzen musikalischen Kommentar - "He´s behind you, he´s got swine flu" - zur grassierenden Schweine-Grippe samt Zombie-Video 2009, verkündet er nur zwei Jahre später das Ende von The Streets, das Album "Computers and Blues" (2011) sollte das letzte werden. Wie ein Abschluss des Projets wirkt dann auch die 2012 veröffentlichte Autobiografie "The Story of The Streets".

Video: The Streets - Your Song

2017: Aber wie so oft im Musikbusiness: Re-Unions werden plötzlich angekündigt und umgesetzt, so auch hier, denn 2018 gingen The Streets wieder auf Tour und 2020 erscheint das lang erwartete neue Album "None of Us Are Getting Out of This Life Alive" mit vielen Gast-Acts.

Diskografie The Streets
 

Studio Albums

Original Pirate Material (2002)

A Grand Don't Come for Free (2004)

The Hardest Way to Make an Easy Living (2006)

Everything Is Borrowed (2008)

Computers and Blues (2011)

Mixtapes

Cyberspace and Reds (2011)

None of Us Are Getting Out of This Life Alive (2020)

Alben

Cyberspace And Reds

The Streets - Cyberspace And Reds

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Kurz vor Schluss

Drei Wochen vor der Veröffentlichung seines wahrscheinlich letzten Albums „Computers & Blues“ hat Mike "The Streets"  Skinner in seinem Archiv gekramt und das Mixtape „Cyberspace And Reds“ kostenlos im Internet veröffentlicht. Mit dabei sind u.a. Kano, Wiley und Jammer.

Computers and Blues

The Streets - Computers and Blues

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Skinners Epilog

Mike Skinner schlägt das Buch zu, das er 2002 mit „Turn The Page“ und seinem Debütalbum „Original Pirate Material“ aufgeschlagen hat. „Close The Book“ ist der letzte The Streets-Song, „Computers & Blues“ das letzte Album. Am 7. Februar 2011 hat Mike Skinner The Streets offiziell beendet.

Everything Is Borrowed

The Streets - Everything Is Borrowed

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Sentimentaler Optimismus

Die wilden Jahre sind vorbei! Mike Skinner denkt inzwischen laut über ein Ende der Streets nach, schickt aber zunächst ein neues Album auf die Reise und gibt sich auf "Everything Is Borrowed" so sanft und zugänglich wie nie.

The Hardest Way To Make An Easy Living

The Streets - The Hardest Way To Make An Easy Living

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Reich, berühmt und verdammt musikalisch

Mike Skinner, die Dritte. Die Yellow Press-Ausgabe, wenn man so will. Statt auf Fiktion setzen The Streets auf Nichts weniger als die Wahrheit. Selbstbeweihräucherung? Der letzte Schliff am eigenen Mythos? Oder nervtötendes Popstargehabe?

A Grand Don´t Come For Free

The Streets - A Grand Don´t Come For Free

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Geezer Geschichten

Mike Skinner aka The Streets ist schon ein "komischer Kauz". Ein Geezer halt. In Interviews antwortet er am liebsten nur mit „ja“ oder „nein“, ist zurückhaltend ruhig, ganz anders als auf Platte oder Bühne.

Original Pirate Material

The Streets - Original Pirate Material

Künstler Bio: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut
Alle Straßen führen zu Mike Skinner

Sein Album war die Sensation des vergangenen Jahres. Mit einer Mischung aus diversen Musikstilen und Texten mitten aus dem Leben hat der 23 jährige Mike Skinner weltweiten Respekt geerntet.

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Letzte Änderung: 03.06.2020