Super700

Super700

Super700

Redaktionswertung: 
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schwach
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gut
sehr gut

Man hörte es die Spatzen schon seit langem von den Dächern pfeifen: Super700 werden das nächste große Indie-Ding aus unseren Breitengraden. Wie auch immer, in jedem Fall klingen die Sieben außergewöhnlich.

Erste, dem Namen und Gehype geschuldete Ängste, dass mit Super700 eine weitere hedonistisch angefixte Elektroclash-Band auf uns zukommt, verfliegen mit dem ersten Hördurchlauf des Debüts der Berliner Bande. Die Spatzen hatten es zwar anders vohergezwitschert, aber das hier ist größtenteils mollige Melancholiemusik. Augen und Ohren richten sich zunächst auf die Gesangstriade. Die drei Ramadani-Schwestern stellen die vier jungen Herren an den Instrumenten erstmal durch schönen Gesang und eine einnehmende Aura in den Schatten. Sleater-Kinney auf dEus-Spuren oder Motorpsycho auf poppigen Hole-Grunge-Ausflügen. Oder einfach Blonde Redhead im 80er-Rausch? Die Gitarren scheuen sich niemals dem Synthesizer seinen Raum herzurichten, in dem er sich entfalten kann. Super700 wissen Atmosphäre zu schaffen, vergessen dabei aber niemals den Rock. Wirklich gut ist „Here Goes The Man“ ob seines tollen Bläserzusatzes. Gänsehaut wird hier auf einfachem Wege herausgekitzelt. Einziger Kritikpunkt an dem Album: einige Momente und Ideen wirken etwas steif, sehr geplant und verschult. Zum Glück aber hatten sie einen guten Gegenpart im Übungsraum sitzen: Gordon Raphael. Auch auf dieser Produktion beweist er sein unorthodoxes musikalisches Fingerspitzengefühl. Der Papa der Strokes versteht Musik scheinbar auf Anhieb, fühlt den Kern eines Songs und weiß, wie man diesen mit einfachsten Mittel herauspult. Hier gibt es „People“, einen Non-Album Track, zum Kosten. Ich bin überrascht. (bb)

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