Das Artwork von "Here" von Teenage Fanclub

Here

Teenage Fanclub

Redaktionswertung: 
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gut
sehr gut

Am Freitag erscheint mit “Here” das 10. Album von Teenage Fanclub. Die letzte Platte liegt sechs Jahre zurück. Verändert hat sich seitdem aber eigentlich nichts.

Download & Stream: 

1990 erschien mit “A Catholic Education” das Debüt des schottischen Quintetts. Eine Platte dominiert von stark verzerrten Gitarren und dissonantem Gesang. Die Musikpresse war nicht begeistert. Das Album war ein Flop.

Heute, 26 Jahre und neun Alben später, scheinen Teenage Fanclub sich immer noch vom Trauma dieses Rückschlags zu erholen. Die neue Platte klingt nämlich auffällig schön. Keine Ecken, keine Kanten. Bloß vorsichtig mit Harmonien, die die Leute eventuell nicht verstehen könnten. Und alles schön langsam.

Das ist das grundlegende Rezept, nachdem die Songwriter Norman Blake, Gerard Love und Raymond McGinley die Songs seit ihrem zweiten Album “Bandwagonesque” zusammenbasteln und damit große Erfolge feiern. Nach einem Vierteljahrhundert mit stetigen Anpassungen der einzelnen Zutaten, haben sie es nun perfektioniert.

“Here” geht runter wie Butter – mit Puderzucker. Das perfekte Album zum Finden des eigenen Seelenheils. Inklusive Texten, die teilweise wirken wie ein loses Sammelsurium aus Kalenderweisheiten. Daran ist nichts falsch. Diese Sprüche haben oft einen erschreckend wahren Kern. Aber überraschen, das tun sie sicherlich nicht.

“Hold on to your life, to your dreams. Don’t get lost in their schemes. Just hold on to your dreams”

Und so  ist “Here” zwar definitiv kein Album mit tiefschürfenden künstlerischen Hintergedanken. Dafür aber ein beeindruckender Beweis für das konstant solide Songwriting von Blake, Love und McGinley. 

Die drei Köpfe hinter Teenage Fanclub scheinen sich endgültig in ihrer Rolle der Pop-Rocker gefunden zu haben. Das, was die Fans erwarten, liefern die Schotten ab und haben dabei scheinbar kein besonderes Verlangen bestehende Grenzen in einer Art auszuloten, wie es zur Zeit beispielsweise Bon Iver tun.

Stattdessen liefern sie das perfekte Album für einen gemütlichen Abend mit Freunden. Ein Album, dass den Moment feiert ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen. Und in diesem Understatement ist die Platte schon fast wieder erfrischend.

"Here" erscheint am 09.09.2016 bei PeMa.

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