Temples "Volcano" Artwork

Temples - Volcano

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Die Menschheit versucht seit Jahrzehnten zu entschlüsseln, was perfekte Popmusik ausmacht. Studien und Forschung waren bisher erfolglos. Temples kommen der Sache auf ihrem neuen Album erstaunlich nah.

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Stellen wir uns vor die Beatles – die nach ihrer Neuerfindung auf "Revolver" 1966  – säßen zusammen mit den Flaming Lips und Tame Impala an einem Tisch, um bei ordentlich Bier und Schnaps über Popmusik zu sprechen und den optimalen Sound zwischen Kitsch, Psych und Eingängigkeit zu definieren. Ihr Endkonzept wäre wohl nicht weit von dem entfernt, was Temples mit “Volcano” nun auf Platten pressen – inklusive der vom Alkohol hinzugefügten Rock-Attitüde.

Denn was der Sänger James Bagshaw und die drei anderen Briten aus Kettering 2014 mit ihrem Debüt “Sun Structures” bereits andeuteten, bauen sie nun beeindruckend aus. Aus diversen Subgenres und Sounds, die einzeln wohl als abgedroschen einzustufen sind, basteln sie ihr eigenes, neues Soundgewand, das gerade durch ebenjene Vielfalt funktioniert.

So quietschen die Synthies zwar teilweise übertrieben kitschig bis gar plump eingängig, werden aber von der abfärbenden Lässigkeit der Basslinien und Gitarrenriffs konsequent davor bewahrt schlagereske Züge anzunehmen. Ja sie werden – soweit in ihrem Rahmen möglich – eigentlich sogar ganz cool.

Mit der verbleibenden anbiedernden Poppigkeit verhindern die elektronischen Tasteninstrumente dann wiederum, dass die anfängliche Coolness der Rockfraktion irgendwann zum Klischee von 2005er Indie à la Arctic Monkeys wird.

Dieses Gleichgewicht, verbunden vom Gesang James Bagshaws und Tom Walmsleys, der nicht selten Lennon/McCartney-Referenzen aufweist, formt auf “Volcano” zwölf Songs, die überall und immer funktionieren; die sich im Kopf festbrennen und trotzdem in die Beine gehen.

So wird das Zweitwerk der Temples eine nahezu perfekte Symbiose aus den besten Seiten dreier Klischees und damit zu einem Album, das schon nach dem ersten Hören klingt, als sei es ein Klassiker.

"Volcano" von Temples erscheint am 10.03.2017 bei Heavenly  Recordings.

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