Tool – Undertow

Tool - Undertow

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Mit "Undertow" legt die Alternative- und Prog-Metal-Band Tool ein düsteres wie wegweisendes Debüt vor, auf dem sie sämtiche bis dahin geltenden Metal-Regeln über Bord wirft. Ein Geniestreich, der auch 25 Jahre später noch nachhallt. 

1992 veröffentlichten Tool mit der EP "Opiate" einen ersten Vorgeschmack auf das, was dann ein Jahr später auf Albumlänge folgt. "Undertow" heißt das Werk, mit dem die Band um ihren weirden Frontmann Maynard James Keenan gleichermaßen verstört und überrascht.

Video: Tool – "Sober"

Die Band aus Los Angeles hat zu diesem Zeitpunkt bereits für Kollegen wie Corrosion of Conformity, Fishbone und die Rollins Bans im Vorprogramm gespielt. Metal scheint nach dem Aufkeimen des Grunge gerade ein wenig festzustecken. Megadeth und Slayer haben zwar nach wie vor ihre eingefleischten Fans, aber Veteranen wie Iron Maiden und Black Sabbath wirken etwas angestaubt. Groove Metal von Bands wie Pantera und White Zombie ist hip, ebenso wie Industrial von Ministry. 

Tool packen das Beste aus allen Metal-Subgenres zusammen und kreieren so ihren ganz eigenen Sound. Es ist ihre Antwort auf die oberflächliche und dekadente Hair-Metal-Szene, die Anfang der Neunziger die Clubs ihrer Heimatstadt dominiert. 

Video: Tool – "Prison Sex"

Dunkel, mysteriös, intensiv, wütend, komplex und mit eigenartig amorphen Songstrukturen versetzt funktioniert das Album genau so, wie sein Titel "Undertow" – also Sog – verspricht. Die Stop-Motion-Videos zu "Sober" und "Prison Sex" geben die akustische Atmosphäre des von Tool inszenierten neuen Sounds auch optisch wieder. 

Allein in den USA werden mehr als zwei Millionen Exemplare des Longplayers verkauft. Dieser Erfolg etabliert Tool als starke, treibende Kreativkraft und Wegbereiter einer neuen Progressive-Metal-Welle – auch wenn Keenan und Co. sich selbst dort gar nicht gesehen haben. 

Tool live 2019

25 Jahre nach diesem Album und zwölf nach ihrem letzten "10.000 Days" kündigen Tool für 2019 neue Live-Termine auch in Deutschland an. Zum einen werden sie am 2. Juni in der Berliner Mercedes-Benz-Arena spielen. Aber auch bei Rock am Ring und Rock im Park gehören sie 2019 zu den Headlinern. 

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