Odeon

Odeon

Tosca

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Tosca, das steht seit fast zwei Jahrzehnten für die Wiener Schule des Downbeat. Auf „Odeon“ fügen Rupert Huber und Richard Dorfmeister ihrem Sound dunkle Zwischentöne hinzu, bleiben aber trotzdem warm und herzlich.

Meine Güte, wollen sich Tosca mit dem Cover zu „Odeon“ für den Titel „Hässlichstes Cover 2013“ bewerben? Erleichtert stellt man allerdings fest, dass die Songs auf „Odeon“ nicht das halten, was das Cover „verspricht“. Natürlich regiert auch 2013 Downbeat im Wien von Rupert Huber und Richard Dorfmeister. Die beiden haben aber das Licht ausgeschaltet und die Nebelmaschine angeworfen, ohne gleich mit Patschuli um sich zu spritzen.

Ein Problem kann „Odeon“ trotz aller Zwischentöne und ambienten Ausflüge nicht abschütteln: Downbeat ist und bleibt bis auf wenige Ausnahmen Musik für den Moment, nicht für die Ewigkeit. Beliebigkeit ist also der größte Feind des Genres und Tosca versuchen ihm diesmal mit einer dunkleren Grundstimmung zu entgehen. Das gelingt mal mehr („Jayjay“), mal weniger gut („What If“), funktioniert aber am besten, wenn man nicht einzelne Songs aus dem Album herausschält, sondern nach dem Einschalten einfach Platz nimmt. Wenn draußen langsam die Dunkelheit hereinbricht und das Thermometer unter null zeigt, wickelt man sich gerne in eine warme Decke und legt sich auf die federnden Beats von Tosca.

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