Tremonti - Dust

Dust

Tremonti

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Post-Grunge? Melodischer Hardrock mit Speed Metal Einflüssen? Tremonti bewegt sich mit seinem dritten Solo-Album weiterhin auf den Pfaden von Pearl Jam und Soundgarden, garniert das Ganze allerdings mit sehr viel brachialeren Riffattacken und einem Gesang, der einem Corey Taylor in Stone Sour-Form Konkurrenz macht.

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Vielen Nicht-Metalern dürfte der Name Tremonti kein Begriff sein, die Bands Creed und Alter Bridge kennen aber auch Genrefremde. Mark Tremonti spielt(e) Gitarre in beiden Gruppierungen - Alter Bridge existiert weiterhin mit Tremonti an den Saiten. Seit 2012 veröffentlicht er Solo-Platten, auf denen er auch singt. "Dust" ist sein drittes Album.

Thematisch kreisen Tremontis Texte um die klassischen Motive der Hardrock-Szene. Er verarbeitet Verrat und Betrug ("Betray Me"), gescheiterte zwischenmenschliche Beziehungen ("My Last Mistake") und Aufbruchstimmung ("Rising Storm"). Um diese Diskurse möglichst bildhaft auszudrücken, nutzt er wie viele Kollegen gerne Naturmetaphern. Man merkt, das ist nicht die Neuerfindung des Rads, bei Ausnahmegitarrist Tremonti steht allerdings auch die Instrumentalisierung im Vordergrund.

Er schafft es, seine musikalischen Wurzeln aus dem Hardrock der 90er-Jahre mit der dichten Riffstruktur und den brachialen Soundwänden des modernen Metalsounds zu verbinden. Als Musterbeispiel dient hierfür das grandiose "Tore My Heart Out", welches einem wehmütig, aber brutal beste Metalmelodien in die Magengrube schleudert. Auch wenn sich Tremonti wohl von seinem früheren Song "Proof" inspirieren ließ, liefert der Song alles, was ein moderner Metalsong braucht.

Tremonti hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, Gitarrensoli wieder populär zu machen. Viele Bands verzichten mittlerweile auf das Ego-Geschrammel, Tremonti zeigt, dass Soli durchaus einem Song helfen und um eine Ebene erweitern können, anstatt als bloße Zurschaustellung des eigenen Könnens zu fungieren. So wartet beispielsweise der Titeltrack "Dust" neben Akustik-Strophen mit einem epischem Solo auf.

Tremonti - Dust

Dass Tremonti ein außergewöhnlicher Gitarrist ist, hat er zur Genüge bewiesen. Im Rahmen seines Solo-Projekts kann er nun aber auch zeigen, dass in ihm eine Stimme steckt, die in manchen Momenten stark an Slipknot-Schreihals und Stone Sour-Goldkehlchen Corey Taylor erinnert.

"Dust" kann auf weiten Strecken überzeugen, da Virtuose Mark Tremonti seine kompositorische Erfahrung voll ausschöpft. Große Überraschungen findet man zwar nicht auf dem Album, dafür formen die messerscharfen Riffs und die fette Produktion eine Soundwand, welche exemplarisch dafür stehen sollte, wie zeitgemäßer Hardrock zu klingen hat.

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