Hagakure

Tsunetomo Yamamoto - Hagakure

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Eine Sammlung kriegerischer Mantras für die Hip Hop-Szene - das ist "Der Weg des Samurai", seit der Killer in Jim Jarmuschs Kultfilm "Ghost Dog" ihm folgte.

In Torch, dem Mitbegründer des deutschen Hip Hop, hat sich dafür ein logischer und faszinierender Sprecher gefunden.
Tsunetomo Yamamoto diktierte das "Hagakure", seinen Ehrenkodex für Samurai, zwischen 1710 und 1716 als Zen-Mönch. Seine eigene Karriere als Samurai endete mit dem Tode seines Fürsten. Per Dekret wurde ihm verboten, Seppuku, den rituellen Selbstmord der Samurai zu verüben, sodaß ihm traditionell nur dieser Weg legal offenstand.
In kurzen Kapiteln vermittelt das "Hagakure" Wahrheiten, die noch immer gültig sind und liefert einen Leitfaden für den Umgang mit Macht, Karriere und Konfrontation. Darin ähnelt es der anderen großen Anleitung aus der Feder eines Samurai, Sun Tzus "Die Kunst des Krieges". Dieses Buch spielte unter den Yuppies der 80er Jahre eine ähnliche Rolle, wie es das "Hagakure" jetzt für Teile der Popkultur tut. Allerdings betont Yamamoto auch die Bedeutung von Gelassenheit und innerem Frieden für den, der dauerhaft erfolgreich sein will, was auch unser Hörbeispiel zum Ausdruck bringt.

Frederik Hahn alias Torch ist eine der wesentlichen Figuren für die Entwicklung einer eigenständigen, deutschen Hip Hop-Szene gewesen. Schon in den 80ern war er als Break-Dancer und Sprayer vorne mit dabei. Anfang der 90er Jahre ebnete er als Gründungsmitglied von Advanced Chemistry den Boden für deutschsprachige Reime und lieferte später mit "Blauer Samt" ein bemerkenswertes Comeback-Album ab.
2 CD, ca. 140 Minuten

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