The Expense Of Spirit

The Expense Of Spirit

Tuomi

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Jazz ist ein weites Land, in dem sich die Finnin Kristiina Tuomi ganz bestimmt nicht verlaufen hat. Mit Präzision und Fingerspitzengefühl erreicht sie ein Niveau, von dem so manche skandinavische Jazz-Sängerin noch weit entfernt ist.

War man damals fasziniert von diesem reizenden Schwarm schwedischer und norwegischer Sängerinnen, die Jazz und Pop einfach so miteinander verschweißten, gibt man sich heute nur noch schwer mit diesen anschmiegsamen Klangwelten zufrieden. In Finnland ist man in dieser Hinsicht scheinbar emanzipiert, jedenfalls passt das Trio Tuomi so gar nicht in das Bild des klassischen Lady-Jazz in Europa. Obwohl der Akzent in ihrer Stimme stark an Silje Nergaard und ihrem Hang zu Swing & Pop erinnert, wahrt Kristiina Tuomi musikalisch Distanz zu diesem Double-Genre und wagt sich stattdessen an schwierigere Harmonien, die epochal in der Gattung des Kunstliedes zu Hause sind. Mittendrin überrascht die Halbfinnin/Halbdeutsche mit einer Adaption von Rainer Maria Rilkes "Liebes Lied" - eine echte Liebeserklärung an die deutsche Singsprache. Kompositorisch und instrumentell stehen Pianist Carsten Daerr und Kontrabassist Carlos Bica hinter ihr, die jedes Motiv in seiner kleinsten Einheit verarbeiten, sodass ein äußerst minimalistischer Jazz entsteht, der diesem zweiten Album höchste Eleganz verleiht. (sp)

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