Two Gallants

Two Gallants - Two Gallants

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„Rod Stewart für das neue Millennium“, „Bright Eyes für Alte“ oder „von besoffenen Bauern gemachter Dylan-Kram“ - solch Vergleiche hört man, wenn diese beiden Herren und ihre Musik zum Thema gemacht werden. Dabei spielt hier doch ganz andere Musik.

Ja, hier spielt andere Musik, die vielleicht auf antiquierte und manch eine modrige Wurzeln zurückgeht. Countryesques und Bluesiges wird auf rotzig unmodische Holterdiepolter-Art vorgetragen – ist das dann Folk-Punk? Was es um Himmelswillen auch immer ist, das diese beiden Käuze hier treiben, es ist schlicht ergreifend. Nach dem zweiten Album „What The Toll Tells“ (ihrem ersten auf Saddle Creek) schoben sie zwischenzeitlich eine kleine EP ein. Unverhofft und viel zu kurz, aber mit vielen schönen Momenten schürte „The Scenery Of Farewell“ Neugier und Ungeduld. Und was wird Album Nummer drei nun bringen?

Es bringt uns ein großartiges Album der Two Gallants! Tyson Vogel lässt die Kessel klingen, dass es nur so kracht und scheppert. Adams Stephens zieht mit Wort, Melodie und reinster Stimmgewalt unter die Haut. Mit Whiskey im Blut erzählen und nuscheln sie Geschichten von Trunkenbolden, Liebeshungrigen und Wesentlichem. Es ist so charmant und im Innern erschütternd zugleich, wie sehr sie sich in ihre Musik legen, sich in ihr verausgaben, sich sehnen und dehnen, sich verlieren und ihre kleine Welt auf den Punkt bringen. Offen und zu keiner Zeit überladen, bleiben sie immer nah an den eigenen bunten Wurzeln. Das dritte, passenderweise selbstbetitelte Album der Two Gallants klingt vor allem also nach einem: diesen beiden Käuzen.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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