Goblin

Tyler, The Creator - Goblin

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Tyler. The Creator und seine Crew Odd Future Wolf Gang Kill Them All halten derzeit im Alleingang das Internet in Atem. Als größte Hip-Hop-Hoffnung seit dem Wu-Tang Clan werden sie gesehen, mit Tyler. The Creator veröffentlicht jetzt der erste aus der Truppe ein offizielles Album.

Eine Handvoll Mixtapes, ein durchgedrehter Tumbl-Blog und viel Mundpropaganda haben ausgereicht, um aus einer Gruppe L.A.-Kids die dringend benötigten Erneuerer des Hip-Hop zu machen. In ihren Raps lassen OFWGKTA selbst die Urväter des Gangsta-Rap wie Waisenknaben aussehen, ihre Videos gleichen Happenings der örtlichen ADHS-Gruppe und ihre Beats klingen, als hätte man sie mit Knochen eingetrommelt. Swag!

„Kill People, Burn Shit, Fuck School“ und ein herzliches „Fuck You“ für Fox News Channel- Moderator Bill O'Reilly – Tyler. The Creator setzt von Anfang an auf Provokation. In den USA mag der Song „Radical“ seines Debütalbums „Goblin“ ausreichen, um die (weiße) Elternschaft gegen sich aufzubringen, in Europa dürfte man seine Provokationen etwas relaxter nehmen.

Doch Tyler. The Creator ist auch ein musikalischer Provokateur. Hinter seinem „Fuck“ verbirgt sich mehr als der inflationäre Gebrauch eines Schimpfwortes. Mit der Radikalität eines Punk hebelt er die Gesetze des Hip-Hop aus. Tyler drosselt das Tempo und rockt trotzdem die härtesten Beats, flowt im Schlingerkurs und liefert sich dabei Duelle mit seinem tiefergelegten Alter Ego. „Goblin“ist der ausgestreckte Mittelfinger für eine in der eigenen Sattheit erstarrten Hip-Hop-Kultur und hoffentlich der überlaute Startschuss für eine neue Generation MCs und Djs.

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