Vega V (Cover)

Vega - V

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Mal klassischer Straßenrap, mal Melancholie, meistens beides. Vegas fünftes Studioalbum ist gleichsam kitschig und monumental.

Video: Vega - Intro

Einfach hat es Vega nie gehabt: schwere Kindheit, Anlaufschwierigkeiten in der Rapkarriere und schließlich ein Labelstreit. 2018 hat sich der Frankfurter längst ein Standing in der Rapszene erarbeitet und kann von seiner Musik leben. „V“, das steht sowohl für seinen Namen als auch sein fünftes Album, soll laut Vegas eigenen Angaben sein bestes Release sein.

Bereits im Intro wird dem Zuhörer klar gemacht, worum es geht. Vega geht bis in seine Kindheit zurück, lässt das Leben am Existenzminimum und Konflikte mit dem Gesetz Revue passieren. Im Videoclip brennen Polizeiautos. Frankfurt bleibt hart und unbarmherzig, doch noch immer fühlt sich Vega hier zuhause. Daher kreisen die Geschichten vor allem um seine Heimatstadt und den damit verbundenen Lokalpatriotismus.

„Ist es das, was ihr wollt?
Dass ich nie wieder von meiner Stadt erzähl’
In der City wo Dealer der breiten Gasse stehen
Bei den Chabos in Siebenern, die die Patte zählen
Ist es das, ist es das, ist es das, was ihr wollt?“

- Vega auf „Was ihr wollt“

Diese werden meist orchestral instrumentiert. Ein ums andere Mal tragen bedeutungsschwangere Streicher und Chöre die Arrangements, die wahlweise zu den Kollegen gen Offenbach schielen oder nahezu cineastisch klingen. Die Produzentenriege (u.a. Johnny Illstrument und The Cratez) versteht ihr Handwerk, übertreibt es aber stellenweise mit dem Pathos.

Video: Vega - Winter in Frankfurt

So präsentiert Vega letztendlich ein Album, das sicher nicht jedem gefallen dürfte. Denn für den klassischen Straßenrap-Fan ist „V“ zu weich, für Radiohörer zu hart. Wer jedoch vor Kitsch nicht zurückschreckt und bereit ist, sich auf Vegas Faszination für FFM einzulassen, dem sei ein Blick auf das Release wärmstens empfohlen.

Verbraucherhinweis zum Schluss: Casper liefert auf „Lass sie reden“ wohl einen der besten Featureparts der letzten Jahre.

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