Get In Room

Get In Room

Velour

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Besser könnte das Timing gar nicht sein. Es lösen sich letzte Blätter von den Bäumen, die letzte Sommerandeutung weicht grau drohendem Regen, Velour veröffentlichen ihr Debütalbum. Die Dänen bezaubern mit Popmelancholie und schwelgerischer Sparsamkeit.

Sanft und frei von Hinterhältigkeiten ist die Musik, die das Quartett aus Kopenhagen auf "Get In Room" versammelt. Velour instrumentieren mit Bedacht, balancieren geschickt leichte Bescheidenheit hier, angedeuteten Streicherüberschwang dort. Kleiner und großer Trauerpop lässt den Kopf hängen, atmet ein, seufzt aus. Alles ist aus einem Guss und von Routine weit entfernt. Ein sprödes Elektroschlagzeug schleicht sich in sanft gestrichenes, Zweistimmigkeit überrascht durch ihre Anwesenheit. Sinnkrise und unerfüllte Liebe tapern durch Texte und anrührende Melodie. Ich sage so etwas nicht gern, doch beuge mich der simplen Wahrheit: Gäbe es den Herbst nicht, man müsste ihn wohl für diese Band und ihr Albumdebüt erfinden. (sc)

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