Warpaint

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Dreieinhalb Jahre nach dem Debüt "The Fool" macht die Frauenband aus Los Angeles mit ihrem neuen Album Furore.

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Ohne dass man so wirklich damit gerechnet hat, sorgen Emily Kokal, Theresa Wayman, Jenny Lee Lindberg und Stella Mozgawa alias Warpaint mit ihrem neuen, selbstbetitelten Album für den ersten großen Hype des Jahres.

Das Medieninteresse kommt allerdings nicht von ungefähr: schon im Herbst verwendete Calvin Klein ein Snippet des Songs "Love Is To Die" für einen Werbefilm; Bassistin Lindbergs Gatte John Cunningham drehte eine Doku von den Aufnahmen für "Warpaint". Das Album selbst wird in der internationalen Musikpresse als "Rock-Überraschung 2014" gehandelt.

Die Zeichen stehen also voll auf Erfolg; die Fans des ersten, shoegaze- und psychedelic-orientierten Albums brauchen jedoch nicht zu befürchten, dass - abgesehen von ihrem fotogenen Image - aus Warpaint eine Mainstream-Band geworden ist.

Zum Beispiel werden auf "Warpaint"  Fehler nicht übertüncht, sondern betont: im Intro flucht Schlagzeugerin Mozgawa deutlich hörbar über den verpatzten Einstieg, Gitarrenkundige werden den ein oder anderen "Verspieler" in den Stücken bemerken.

Die zwölf Tracks können zwar irgendwie unter Rock subsumiert werden, aber auch nur im weitesten Sinn: Die Stimmung ist gewohnt verhalten und dunkel, der Bass wummert wie einst bei Joy Division und New Order. Die erste Hälfte des Albums erinnert stimmungsmäßig und stilistisch an The Cure in ihrer Frühphase ("Seventeen Seconds", "Three Imaginary Boys"), tanzbare Tracks wie "Disco/Very" oder "Feeling Alright" spielen mit Dub- und No-Wave-Elementen, wie es ihrerzeit The Slits und ESG gemacht haben.

Man spürt deutlich, dass Warpaint gerne jammen, ins Studio gehen und drauflos spielen - beim ersten Album sorgte Red Hot Chili Peppers-Gitarrist John Frusciante als Producer dafür, dass die Gitarrenparts im Fokus standen. "Warpaint" wurde von Flood (PJ Harvey, Depeche Mode, U2) und der Band selbst produziert und wirkt freier, verspielter, aber auch vorsichtiger.

Die Songs offenbaren ihre vielen tollen Details erst nach mehrmaligem Hören, man muss der Platte Zeit geben  - nicht wirklich mainstreamtauglich, aber ein großer Wurf für Warpaint.

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