White Lies – Five

White Lies - Five

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Nach zwölf Jahren Bandgeschichte erfindet das Londoner Trio White Lies sich und seinen Sound zwar nicht neu, trotzdem ist "Five" ein solides New-Wave-Synthie-Rock-Gebilde mit durchaus enthusiastischen Momenten, aber auch einigen Schwächen. 

Wenn eine Band ihr Album "Five" nennt, ist davon auszugehen, dass es ihr fünftes ist. Da machen auch die White Lies keinen Unterschied, und an dieser Stelle kann man ihnen ein erstes Mal fehlende Originalität vorwerfen. Doch sind Namen ja ohnehin nur Schall und Rauch, viel wichtiger ist das, was drin steckt, und hier können sich die Londoner zumindest ein Stück weit positiv von ihrem letzten Werk "Friends" abheben. 

White Lies – Tokyo

Harry McVeigh, Charles Cave und Jack Lawrence-Brown hatten sich für "Five" viel vorgenommen. Eigentlich auch einen anderen Titel, aber sei's drum, nicht nur daraus wurde nichts. Denn auch eine Neuerfindung ist der Band nicht gelungen. Stattdessen setzen sie auf den gewohnten Mix aus Post-Punk, New Wave, Synth-Pop und Stadion-Rock, das aber hier und da ganz ordentlich. 

Dabei war zumindest die Herangehensweise dieses Mal eine andere. Die drei Londoner produzierten das Album in Eigenregie, nutzten dafür die Studios der Koryphäen Flood und Alan Moulder. Und tatsächlich schimmert hier und da eine neue Instrumentierung durch, wird es auch schon mal akustischer – und damit spannender. Doch nicht selten wird mit viel Pathos auf die Kacke gehauen. Die musikalische Nähe, die sich dann zu Coldplay auftut, ist etwas beunruhigend. 

So ist "Tokyo" ein lupenreiner Synthie-Popsong, während mit "Jo" und "Denial" zwei düsterpoprockende Nullnummern vertreten sind, auf die man getrost hätte verzichten können. "Believe It" und der mehr als sieben Minuten lange Opener "Time To Give" kristallisieren sich als stärkste Songs auf "Five" heraus.

White Lies – Believe It

Woran es am Ende auch immer liegt, White Lies haben noch ein durchweg überzeugendes Album abgeliefert. Gute Songs, das schon, aber in Gänze ... Mit "Fire And Wings" findet "Five" aber noch einen versöhnlichen, weil gelungenen Abschluss, so dass das Album nicht etwa ein totaler Reinfall ist, aber eben auch nicht der nächste große Wurf. Solide halt.

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