Mumps, etc.

Mumps, etc.

Why?

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Yoni Wolf und sein Bruder Josiah Wolf machen auch auf ihrem fünften Album Hip-Hop für alle, die keinen Hip-Hop mögen. Ganz ohne dicke Hose, Sampler und homophobes Gehabe zeigen die inzwischen zum Quartett angewachsenen Why?, dass man mit Sprechgesang auch Leute ansprechen kann, die darum für gewöhnlich einen Bogen machen.

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Nicht, dass man die Alben von Why? noch die von Yoni Wolfs Label Anticon unter „Black Music“ finden würde. Für richtige Hip Hop-Heads bleiben Why? auf ihrem fünften Album zu sehr Band mit einem leidenschaftlichen Interesse an Folk. Doch so perfekt wie auf „Mumps, etc.“ harmonisierte Yoni Wolfs quengelnder Sprechgesang noch nie mit den sparsamen Instrumentals seiner drei Mitstreiter. Das vorab auf EP ausgekoppelte „Sod In The Seed“ ging schon fast als Hit durch, und auch die anderen zwölf Songs auf dem Album halten gekonnt die Waage zwischen Antihaltung und Wille zum Hit.

„White English“ ist einer dieser verdammt lässigen und mächtig zurückgelehnten Tracks, zu denen Yoni Wolf metaphernreich und mit Querverweisen galore kein gutes Haar an seinen Landsleuten lässt. Von dieser Spannung lebt „Mumps, etc.“ ebenso sehr wie von den folkigen Instrumentals, die statt in einer Hookline mit echten Refrains aufgelöst werden. Genau hier, wo sich der Hip-Hopper entsetzt abwendet, hört der Indie-Fan genau hin. In diesem Sinne: Mission accomplished, trotz Mumps!

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