Cover Dreamland

Dreamland

Wild Belle

Redaktionswertung: 
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Wild Belle, das US-amerikanische Geschwisterduo machten vor drei Jahren mit ihrem Debüt "Isles" auf sich aufmerksam. Die Single "Keep You" war und ist seitdem von diversen Festivals nicht mehr wegzudenken. Nun geht endlich der Nachfolger an den Start - und was soll man sagen? Manchmal ist die Angst vor zu großen Erwartungen an ein Zweitwerk absolut unbegründet.

Elliot und Natalie Bergman sind in einem musikalischen Haushalt aufgewachsen. Da kann man von Glück sagen, dass einiges an Talent auf mindestens zwei von vier Geschwistern überschwappte. Das Brüderchen gründete sodann die Band 'Nemo', in der auch seine Schwester die Gelegenheit bekam, sich stimmlich sowie an den Percussions zu üben. Musikalischer Stil? Afrobeat. Und der zieht sich bis heute durch das Schaffen der beiden Bergmans.

Ziemlich schnell wurde aus 'Nemo' ein Duo mit dem klangvollen Namen Wild Belle. Es folgte Album #1, Tour, Fesitvalauftritte, Tour, Festivalauftritte und nun eben Album #2.

Wild Belle haben ihren Platz im eher unübersichtlichen Musikbusiness gefunden und bestechen mit einer Mischung aus Reggae, Jazz, Rock und den sowieso immer willkommenen Pop-Elementen. Dazu gesellt sich die Stimme Natalie Bergmanns, die in formvollendeter Souveränität und Lässigkeit von Liebe und anderen Gefühlsgiganten singt.

Was die Lyrics angeht denkt man an der ein oder anderen Stelle schon mal "oha, interessant" und in den Mündern einiger Popsternchen -bzw. stars würde das arg schwülstig und nach Kuscheldecke und vier Tage Film-Romanzen klingen. Allein die Titel "Losing You", "It Was You (Baby, Come Back)" oder "Our Love Will Survive" sind dafür prädestiniert. Glücklicherweise sind hier jedoch zwei Musiker am Werk, die wissen wie Coolness funktioniert. Ob langsam oder schnell, reduziert oder mächtig, melancholisch oder gut gelaunt - Hautpsache cool. Gut verpackt finden da auch textlich fragwürdige Kleinode wie "Give Me Amnesia, So I Can Forget That I Need Ya" ("The One That Got Away") ihre Daseinsberechtigung.

Natalie zum Inhalt der Songs: “The album really represents what’s happened in my life over the last few years with love, with travel, with family, and it’s kind of this world in my head…I want the people to hear what’s going on in my soul.” Jap, das hören und spüren die Leute. Hoffentlich.

Die Up-Tempo-Nummer "Giving Up On You" bricht zwar die Geschwindigkeit der Platte, aber nicht das positive Flair. Treibende Drums, E-Gitarre und Bass stehen Wild Belle äußerst gut. Auch "Cannonball" kann Rock. An tanzbarem Groove und ausreichend Instrumentierung fehlt es keinem Song: Bläser, Percussions, Bongoklänge - ja, sogar die Violine schleicht sich in einen Track ein. Wenig verwunderlich, schließlich muss sich der Engel auf "Rock 'N' Roll Angel" irgendwie bemerkbar machen.

Fazit? Liebe Natalie, lieber Elliot, our love wird definitiv surviven.

"Dreamland" erscheint am 15.04.2016 über Columbia Records.

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