Vessels

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Wolf & Cub

Redaktionswertung: 
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gut
sehr gut

Die Band aus Adelaide war im vergangenden Jahr eine von vielen, die sich als "Top Of The Blogs" rühmen durfte. Ihr Debütalbum lädt ein zu einer Zeitreise in die 70er Jahre. Oder anders: zu einem Trip dorthin.

Spätestens, wenn Sänger Joel Byrne, der stimmlich vehement an Robert Harvey (The Music) erinnert, sich nach einigen Sekunden mit der Frage "How does it feel?" erstmalig zu Wort meldet, ahnt man schon, was einen erwartet. Denn in der Tat, Wolf & Cub huldigen in aller Konsequenz in ihrer Referenz den drogenschwangeren Gitarrenwänden des Seventies-Sound, das wird einem schon beim Opener bewusst, eh man dann vom großartig stampfenden "This Mess" förmlich überrolt wird. Auch wenn sie es mit ihren Gitarren-Soli-Jams und Analog-Orgien beispielsweise auf "Rozalia Bizzare" bis an die Schmerzgrenze überspitzen, beeindrucken die Australier umgehend auf dem direkt nachfolgenden "Hammond" plötzlich mit balladesker Intensität und zeigen, dass sie sich dem vielseitigen Songwriting keineswegs verweigern. Die Melanche aus 70s-Revival und psychedlischen Postrock, der streckenweise angenehm an die ganz frühen Verve erinnert, strömt warm und großspurig aus den Lautsprechern, so dass sich diesem Trip kaum entzogen werden kann. Anfixen lassen kann man sich an dieser Stelle von einem repräsentativen und ziemlich nervösen Retro-Rocker namens "Steal Their Gold", der in der Mitte seiner Laufzeit mit einem unglaublichen Improvisations-Break aufwarten kann - und sich schlussendlich selbst dekonstruiert. (js)

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