All Hour Cymbals

All Hour Cymbals

Yeasayer

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Ein vielstimmiges "Uh", ein Klavierakkord, ein langsam geklatschter Beat reichen Yeasayer um alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Was in den folgenden 46 Minuten passiert gleicht einem psychedelischen Gottesdienst, und Yeasayer liefern die Gospels.

Die Leute aus dem Dorf schleppen Instrument um Instrument an. Eine Sitar, Glöckchen in allen erdenklichen Größen und Formen, ein altersschwaches Drumset wird aufgebaut, die helfenden Hände reihen sich im Chor ein. Zwei Mann steigen hinauf zur Orgel, einer bedient den Blasebalg, der andere zieht die Register.

Gäbe es eine psychedelische Kirche, Yeasayer aus Brooklyn wären ihre Hohepriester. Frank Zappa ihr Evangelist und Lysergsäure, Sergeant Peppers Beatles und die Beach Boys in Technicolor ihre heilige Dreifaltigkeit. "All Hour Cymbals" steckt voller Überraschungen. Kein Lied endet wie es begonnen hat, und durch den kanalisierten Wahnsinn und das gewollte Chaos weht eine sakrale Ernsthaftigkeit, die dieses Album zu einem dieser Alben macht, die man nicht vergisst. Soviel lässt sich hier entdeckt, dass man sich nicht entscheiden kann, ob man "Sunrise" oder "2080" herunterladen möchte. Mein Tipp: beide! Aber ich bin auch süchtig!

Florian Schneider / Tonspion.de

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