Amen & Goodbye

Amen & Goodbye

Yeasayer

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Der musikalische Stil der Yeasayer lässt sich wohl am besten unter der Rubrik 'Vermischtes' einordnen. Konsequent melodisch, experimentierfreudig und formidabel entführt uns das Brooklyner Trio auch auf ihrem vierten Album in einen Kosmos aus Pop, Rock, Electro, Psychedlic und Yeasayer'scher Weltsicht.

 

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Chris Keating, Ira Wolf Tuton und Anand Wilder zeigen seit 2007, wie man großartige Alben veröffentlichen kann und dabei gleichzeitig wunderbar unter dem Mainstream-Radar bleibt. Nach dem Debüt "All Our Cymbals" und den Nachfolgern "Odd Blood" und "Fragrant World" erscheint mit "Amen & Goodbye" ein weiteres Album aus der musikalischen Serie 'Große Erwartungen mit großen Ergebnissen'.

Es beginnt mit dem harmonisch-transzendentalen "Daughters Of Caine" und geht ohne große Umschweife in die chartreifen Popgranaten "I Am Chemistry" und "Silly Me" über. Mittelalterliche Flötenklänge durchziehen ersteres bereits und machen den Weg frei für die volle mediävale Dröhnung von "Half Asleep". Welch holder Laut in unserem Ohr? Vergangenheit und Zukunft gehen hier Hand in Hand.

"Child Prodigy" beinhaltet ein einmütiges Cembalo-Spiel von Applaus begleitet. Warum nicht? An derartigen Intermezzi wird die Konzeptualität des Albums hörbar. Das stückartige Zusammensetzen eröffnet sich auch in Songs wie "Gerson's Whistle" - und das, obwohl sie das Album als Band einspielten. Ein Ganzes ergibt sich dann am Schluss, wenn viele verschiedene Mosaiksteine auf eine nicht immer nachvollziehbare Weise in sich stimmig und so rund wie unsere Welt werden.

"Amen & Goodbye" weiß neben dem Akustischen genauso visuell zu überzeugen. Für das Artcover zeichnete sich der Künstler David Altmejd verantwortlich, der die Skulpturen nach der Musik des Albums konzipierte. Auch hier viel Stückhaftes (Caitlyn Jenner+Sexualität+Religion+...),  dessen Sinn sich für jeden sofort, mit der Zeit, vielleicht nie ergibt. Als interpretatorische Augenweide mit Suchbildattitüde ist es eine vorbildliche Vision.

Als Meisterwerk der Videoclip-Kunst sollte man sich den religiös schwanger gehenden Hörschmaus "I Am Chemistry" ebenso nicht entgehen lassen. Insbesondere die synthgetragene Tanzbarkeit inklusive Flashmob-Anregung ab der zweiten Minute macht aus der Musik ein audiovisuelles Schmankerl. Sehr gern mehr davon.

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