Love Story

Yelawolf - Love Story

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Irgendwo in den Südstaaten der USA, ziemlich genau an der Grenze zwischen Kunst und Kitsch, gelingt Yelawolf mit seinem dritten Album das schier unmöglich Scheinende: eine perfekte Symbiose von Rap und Country.

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Video: Yelawolf - Best Friend (feat. Eminem)

Weiße und Rap: im weiten Feld der 'Cultural Appropriation' seit jeher ein Thema mit Konfliktpotential. Die skandalträchtigen Faux-Pas aber, die beispielsweise eine Iggy Azalea begeht, gelingt es Yelawolf glücklicherweise zu vermeiden. Statt sich ihm eigentlich unbekannte kulturelle Praktiken künstlich anzueignen, berichtet der 35-Jährige authentisch und überzeugend aus seinem eigenen Erfahrungshorizont - ganz ähnlich seinem Shady-Records-Labelchef Eminem.

Den Mentor und seinen Schützling verbindet eine durch eine Herkunft aus der (weißen) Unterschicht geprägte Sichtweise. Was bei Marshall Mathers die berühmt-berüchtigten Detroiter Trailerparks, ist bei Yelawolf eine gewisse Redneck-Ästhetik, die der aus Alabama stammende Volltätowierte auch auf seinem dritten Album "Love Story" kultiviert.

Video: Yelawolf - Till It's Gone

Das Album wurde passenderweise in Nashville aufgenommen, was sich nicht nur in Songtiteln wie "Whisky In A Bottle", "Tennessee Love", "Johnny Cash" oder "Fiddle Me This" niederschlägt, sondern auch - man ahnt es schon - in zahlreichen Country- und Southern-Rock-Anleihen mit Rhythmusgitarren, Blues-Bässen und überraschend viel Gesang, der oft nur durch Yelawolfs starke und sehr persönliche Texte vorm Abrutschen in den Kitsch bewahrt wird. Mit dieser Grenze spielt der Rapper/Sänger offenkundig gerne: Die Cheesiness der Single "Best Friend" wird durch Eminems stärksten Gast-16er seit Jahren ausgeglichen (übrigens das einzige Feature auf dem Album), andere potentiell peinliche Songs werden durch fantastische Produktionen und Instrumentierungen von (in erster Linie) WillPower und Malay zu Gänsehaut-Momenten.

"Love Story" ist sowohl im Konzept auch als im Umfang (18 Tracks bei 75 Minuten Laufzeit) ein ambitioniertes Projekt - und überzeugt gerade dadurch. Denn Hip Hop ist das nur noch im allerweitesten Sinne, und Yelawolf gelingt mit seinem Drittwerk etwas, was in der Theorie fast unmöglich scheint (und sicher auch den ein oder anderen Anhänger vergraulen wird): eine nahezu perfekte Symbiose von Rap und Country.

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