Conatus

Conatus

Zola Jesus

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
ordentlich
gut
sehr gut

Zola Jesus meldet sich mit ihrer voluminösen Stimme zurück. Auf ihrem neuen Album "Conatus" jagt die zierliche Sängerin einem Schauer über den Rücken, umhüllt einen mit kühler Dunkelheit und schillert heller als zuvor.

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Nika Roza Danilova alias Zola Jesus mit "Stridulum II" und ihrer kraftvollen, monumentalen Stimme für viel Gesprächsstoff gesorgt. Die Künstlerin mit einer klassischen Opernausbildung hat mit ihrem von Gothic und Industrial geprägten Sound mehr als einen musikalischen Nerv getroffen. Bei all ihren morbiden Anleihen ist die Musik glücklicherweise poppig genug, um jeden muffigen Patchouli-Geruch zu vertreiben.

"Conatus" ist nun das zweite Album für das Berliner Label Souterrain Transmissions. Und nach Kollaborationen mit Fucked Up oder Former Ghosts, begibt sich Zola Jesus hier ein weiteres Mal auf die dunklen Pfade des Pop. Manchmal mit schlicht treibendem Beat, ein anderes Mal unruhig und holpernd, sind ihre Synthie-Lieder massiv wie zart zugleich.

Danilova zerschneidet mit ihrem gewaltigen, Furcht und Faszination evozierenden Organ die musikalische Dunkelheit, trotzdem klingt "Conatus" heller und freundlicher als der Vorgänger. Das steht Zola Jesus, dem modernen Fabelwesen, der schillernden Sirene der Nacht außerordentlich gut zu Gesicht.

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