Zola Jesus Album Cover

Zola Jesus - Okovi

Artist: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend

Zurück in die Dunkelheit: Nach dem vergleichsweise poppigen "Taiga" kehrt Zola Jesus mit ihrem neuen Album dem hektischen Stadtleben den Rücken. "Okovi" ist ein Monument der Düsternis und Kälte - und so sehr Zola Jesus, wie es sie schon länger nicht mehr gab.

In den letzten Jahren hat Nika Roza Danilova alias Zola Jesus viel Tragisches beobachtet: Ein Freund versuchte, sich das Leben zu nehmen, eine ihr nahestehende Person erkrankte an Krebs, an Depressionen scheint sowieso fast jede(r) zu leiden.

Sie selbst fällte zwei wichtige Entscheidungen: Raus aus der Großstadt, zurück aufs Land, was in ihrem Fall die Wälder von Wisconsin sind. Und sie verließ das Label Mute, um wieder bei ihrer alten Heimat Sacred Bones anzudocken - eine doppelte Heimkehr, sozusagen.

Auf ihrem neuen Album "Okovi" (das slawische Wort für Fesseln) verarbeitet Zola Jesus diese Erfahrungen und klingt dabei so düster und frostig wie auf ihrer Durchbruchsplatte "Conatus". Die Songs auf "Okovi" zelebrieren das Leid und wirken im hiesigen Spätsommer wie ein Monolith aus schwarzglitzerndem Eis: "Doma" oder die Single "Exhumed" thematisieren unkaschiert Todessehnsucht, wobei sich Zola Jesus nicht als Suizid-Apologetin verstanden wissen will.

Im Gegenteil: Es geht ihr um die Bannung der Dämonen, das Beschwören einer zwar fernen, aber möglichen besseren Welt - und  Versöhnung, trotz Leid und allgegenwärtiger Gewalt.

Auch wenn Zolas Musik und vor allem ihr erhabener, klagender Gesang das Gefühl von Einsamkeit und Verlorenheit verbreiten, arbeitet sie gern mit anderen MusikerInnen zusammen: Ihr alter Freund Alex DeGroot, der auch schon "Stridulum II" produziert hatte, ist bei "Okovi" wieder im Boot, als weitere Gäste sind Shannon Kennedy, Ted Byrnes und WIFE dabei.

Deren Einflüsse sind in Tracks wie "Half Life" oder "Remains" zwar spürbar - am Stärksten und Überzeugendsten ist Zola Jesus aber, wenn sie ganz bei sich ist: "I am stone / you should know / I will never let you down", singt sie in "Soak", und in ihrem Verständnis ist das wohl aufmunternd gemeint.

"Okovi" von Zola Jesus erscheint am 08.09.2017 über Sacred Bones Records.

Teste jetzt Amazon Music 30 Tage kostenlos!

  • Mehr als 50 Millionen Songs inkl. Neuerscheinungen
  • Spannende Hörspiele für Kinder und Erwachsene
  • Alle Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga live
  • Werbefrei - Musik ohne Werbeunterbrechungen genießen
  • Musik runterladen: Songs downloaden und Datenvolumen sparen

Verfügbar auf iOS- und Android-Geräten, PC, Mac, Echo und Alexa-fähigen Geräten wie beispielsweise FireTV.

Ähnliche Künstler

Empfohlene Themen

Die zehn besten Alben 2009

Die zehn besten Alben 2009

Diese wunderbaren Werke werden 2019 zehn Jahre alt
Es ist eine Binsenwahrheit: Irgendwie vergehen die Jahre immer schneller und wenn die Zeit schon rast, ist dann wenigstens Musik für die Ewigkeit? Manche Alben schon, wie dieser Blick zurück zeigt. 2009 brachte jede Menge zeitlose und wirkungsvolle Musik heraus, wie diese Top Ten beweist.
Zola Jesus: Einziges Deutschlandkonzert in Berlin

Zola Jesus: Einziges Deutschlandkonzert in Berlin

Wir verlosen 1x2 Tickets für das Konzert mit Streichquartett und JG Thirwell im HAU
Zola Jesus stellt derzeit ihr Album „Versions“ live vor – mit Begleitung der Streicher des Mivos Quartet und unter Leitung von No Wave-Ikone JG Thirwell. Wir verlosen 1x2 Tickets für das einzige Deutschlandkonzert der Sängerin am 05.Oktober 2013.
The Knife: Neues Video zu „Full Of Fire“

The Knife: Neues Video zu „Full Of Fire“

Neues Album „Shaking The Habitual“ erscheint am 5.4.2013
Diese Woche erscheint die erste Single aus dem neuen The Knife Studioalbum „Shaking The Habitual“. Zum fast zehnminütigen Song „Full Of Fire“ gibt es jetzt ein Video, das Album erscheint am 5.4.2013.
Album der Woche: New Order – „Lost Sirens“

Album der Woche: New Order – „Lost Sirens“

Jetzt die Alben der Woche für nur 5 Euro runterladen
Jede Woche stellen wir gemeinsam mit 7digital ein Album der Woche vor, das es für günstige fünf Euro zu kaufen gibt. Diese Woche lauschen wir mit New Order den „Lost Sirens“.