10 Gründe, warum BitTorrent das Musikbusiness verändern könnte

Thom Yorkes Experiment wird zum Erfolgsmodell

Vor einer Woche veröffentlichte Thom Yorke sein Soloalbum "Tomorrow's Modern Boxes" als "Experiment" via BitTorrent. Offenbar ist das Experiment ein voller Erfolg. Bis Ende des Jahres soll BitTorrent für alle als Vertriebsplattform zur Verfügung stehen. 10 Gründe, warum BitTorrent das Musikbusiness verändern könnte. 

1. Künstler verdienen mehr: Beim Streaming gehen die Künstler bisher weitgehend leer aus. Apple behält von jedem verkauften Song über iTunes 30-40% ein und bestimmt den Preis. BitTorrent begnügt sich mit 10%. Und überlässt die Preisgestaltung den Kreativen. 

2. Enorme Reichweite: Nach eigenen Angaben hat BitTorrent 170 Millionen Nutzer jeden Monat weltweit. Und damit doppelt so viele wie Spotify, Netflix und Hulu zusammen. Mit wenigen Klicks kann man ein weltweites Vertriebsnetz aufbauen. 

3. Streams und Download möglich: manche User begnügen sich mit Streams, andere wollen Musik auch besitzen und archivieren. BitTorrents Bundle sollen künftig beides ermöglichen. Man kann sowohl online streamen als auch runterladen. Und wer zahlt, dem gehört die Musik. Für immer.

4. Künstler erreichen ihre Fans direkt: Immer mehr Künstler sind heute ihre eigene Plattenfirma und vertreiben ihre Musik selbst. Vor allem große, bekannte Bands haben eine so große Fanbase, dass sie ihre Musik direkt vertreiben können. Und auch Nachwuchskünstler ohne Plattenfirma können sich über BitTorrent ein weltweites Vertriebsnetz aufbauen.

5. Erfolgsmodell Thom Yorke: Der Radiohead-Sänger erzielte 4,4 Millionen Downloads seines Soloalbums in nur einem Monat. Wie viele davon verkauft wurden und wie viele nur die kostenlose Single runtergeladen haben, ist bisher noch nicht bekannt. Diese Zahl bezieht sich laut BitTorrent auf den Download beider Bundles. Also überlassen wir die Bewertung dem Radiohead-Management: "Es hätte gar nicht besser laufen können". Das dürfte andere Künstler zur Nachahmung verleiten.

6. Die Technologie: P2P ist seit vielen Jahren eine etablierte Technlogie, die nur schwer gehackt werden oder zusammen brechen kann, weil es keinen zentralen Server gibt. Bundles werden von Rechner zu Rechner verbreitet. Je mehr Leute BitTorrent nutzen, desto zuverlässiger und stabiler wird es. 

7. BitTorrent Bundles werden jedem offen stehen: egal ob Amateur oder Weltstar, jeder kann BitTorrent Bundles entweder gegen Mailadresse verschenken und bis Ende des Jahres auch zu einem selbst definierten Preis verkaufen. Oder beides kombiniert. Ein kostenloses Bundle zum Reinhören, das komplette Bundle gegen Bezahlung. Eine Plattenfirma ist dafür nicht nötig. Gute Promotion allerdings schon, denn Schlagzeilen wie Thom Yorke wird man künftig mit einem BitTorrent-Release nicht mehr machen können. 

8. BitTorrent bietet sich auch der Filmindustrie als Vertriebsplattform an: gerade bei großen Datenmengen entfalten sich die Vorteile von BitTorrent. Gerade wurde die erste Serie auf BitTorrent auf Crowdfunding Basis gestartet. Sobald genügend Leute für die erste Folge bezahlt haben, wird die nächste veröffentlicht. Auf diese Weise entstehen ganz neue Geschäftsmodelle. Und ein Erfolg mit dem Musikvertrieb könnte für BitTorrent zum Türöffner für Hollywood werden.

9. BitTorrent ist unabhängig vom Endgerät: Jay-Z veröffentlichte exklusiv über Samsung, U2 exklusiv über Apple. Damit ließen sie einen großen Teil ihrer Fans außen vor. BitTorrent steht jedem offen, egal auf welchem Gerät. 

10. Die Bundles sind geschützt: Bundles können nicht unendlich weiter verbreitet werden. Es ist im Interesse von BitTorrent, das eigene Geschäftsmodell nicht zu unterlaufen. Insofern wird einiges dafür getan werden, Filesharing legal und für Künstler, Labels und Hollywood attraktiv zu machen. 

Selbst wenn BitTorrent nur ein weiterer Kanal für Musik werden sollte, dürfte er Spotify, iTunes und Co. ordentlich unter Druck setzen. Denn am Ende entscheiden die Künstler wo und wie sie ihre Musik veröffentlichen und welche Modelle ihnen ermöglichen, ihre Arbeit zu refinanzieren. Das ist mit den heutigen Angeboten schwerer denn je. 

1. BitTorrent: Musik über Filesharing verkaufen
2. BitTorrent Bundles für Musiker: So geht's
3. 10 Gründe, warum BitTorrent das Musikbusiness verändern könnte

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