10 Jahre Napster: Musikindustrie räumt Fehler ein

Zusammenarbeit mit Tauschbörsen hätte Vorteile gebracht

Zum zehnjährigen Jubliäum der ersten großen Peer-to-Peer Tauschbörse Napster hat Geoff Taylor von der British Recorded Music Industry erstmals eingeräumt, dass man damals einen Fehler begangen habe. Statt Napster zu bekämpfen hätte man besser mit der neuen Plattform zusammenarbeiten sollen.

In einem Beitrag für die BBC erklärt Taylor, dass er es heute bedauere, nicht schneller Wege für eine Zusammenarbeit gefunden zu haben. Napster habe 1999 einen großartigen Musikdienst entwickelt, das aber auf Kosten der Musik, während die Musikbranche die Musik geschützt und dabei zunächst versucht habe, die Entwicklung von neuen Online-Diensten aufzuhalten.

Jahrelang bekämpfte die Musikindustrie die populäre Tauschbörse mit allen juristischen Mitteln. Im Jahr 2001 musste Napster schließlich aufgeben, der Markenname wurde an Bertelsmann verhökert. Doch damit hatte die Musikindustrie keinen Sieg errungen, im Gegenteil. Die ehemaligen Napster-Nutzer wanderten in Scharen ab zu anderen Tauschbörsen wie Morpheus, KaZaa oder Limewire. Heute sind viele Tauschbörsen durch ihre dezentrale Struktur kaum mehr angreifbar, auch wenn die Bemühungen der Musikbranche nicht nachgelassen haben, Musikfans, die solche Netzwerke zum illegalen Tausch von Musik nutzen, ausfindig zu machen. Das gleicht weiterhin der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen.

Dennoch glaubt Taylor, dass die Musikbranche ihre Lektion aus Napster gelernt habe: "Wir haben große Fortschritte gemacht, die Macht des Internet zu nutzen, um Menschen mit Musik zu verbinden, aber auf eine Art und Weise, die auch die Künstler und Labels belohnt." Und ergänzt: "Napster war eine technologische Revolution. Aber die daraus folgende soziale und kulturelle Revolution könnte durch tragfähige Geschäftsmodelle tiefer und längerfristiger sein."

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