11 Tipps zur Online Promotion für Bands und Labels

Wie ihr eure Chancen erhöht, im Netz gehört zu werden

Seit Tonspion auch auf HypeMachine vertreten ist, bekommen wir täglich unzählige Links zu Soundcloud, Bandcamp und Homepages von hoffnungsvollen Bands weltweit. Die meisten sind für uns leider nicht zu gebrauchen. Hier ein paar Tipps für bessere Online Promotion - nicht nur für Tonspion. (English version here)

10 Tipps für bessere Online PR - Vom Spam zur professionellen PR-Strategie

1. Sei realistisch
Das Internet ist voll mit Musik. Im Internet misst du dich mit der ganzen Welt. Anders als zu Beginn von Tonspion, als es kaum Musik online gab, füllen wir heute keine Lücke mehr, sondern picken uns das Beste heraus, was wir finden können. Deine Musik gehört dazu? Dann bitte weiterlesen. Ansonsten: ab in den Proberaum.

2. Think global, act local
Es passiert so gut wie nie, dass jemand über Nacht berühmt wird. Die Regel ist, dass man sich erstmal in seiner eigenen Stadt oder Region einen Namen erspielen muss, um darüber hinaus auch für Medien interessant zu werden. Wer wirklich außergewöhnlich gut ist, setzt sich früher oder später auch durch und trifft auf offene Ohren. Und sammelt außerdem das nötige Rüstzeug für die große Karriere. Also: überzeuge erst dein näheres Umfeld von deinem Talent.

3. Promote deine Musik auf Blogs im Netz
Du hast deine Stadt bereits im Griff? Super, dann hast du bereits das nötige Rüstzeug und Feedback, um es im Netz zu versuchen. Der Anbieter Submithub ermöglicht es Bands und Labels ihre Musik an Blogs zu schicken und garantiert ein konstruktives Feedback zu erhalten. Wenn einige Blogs positiv über deine Musik geschrieben haben, nutze diese Zitate für deine Pressearbeit und auf deiner Homepage.  Auch uns erreichst du auf Submithub, wo wir deine Musik anhören - garantiert.

4. Falle auf, sei anders
Wichtig: packe die wesentlichen und wirklich spannenden Infos zu deinem Album/deiner Band direkt in deine Präsentation und gib dir Mühe auf deinen Bildern ein Image zu kreieren, das man innerhalb weniger Sekunden erfassen kann. Bei Submithub (wie auch im echten Leben) hast du nur etwa 10 Sekunden Zeit einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Wenn man eine Band noch nicht kennt, helfen Bilder, um zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Schließlich sind wir hier nicht bei The Voice of Germany. Ein originelles visuelles Auftreten hilft gerade am Anfang in der Medienwelt enorm. Frag Sido, Cro oder Daft Punk.

5. Mach deine Homepage zu deinem virtuellen Zuhause
Deine Homepage sollte der Dreh- und Angelpunkt von allem sein, was du online machst. Mache sie zu deinem virtuellen Zuhause mit angeschlossenem Fanclub. Ganz wichtig: die eigene Homepage sollte nur dir gehören, gib deine Domain niemals aus der Hand und schalte keine Werbung für Profile, die dir gar nicht gehören (Facebook, Bandcamp, Soundcloud, etc. pp.). Erinnerst du dich noch an MySpace? Eben. Alles, was es zu deiner Band gibt, sollte als erstes auf der eigenen Homepage stehen. Und dann auch auf allen anderen Kanälen immer mit Link zu deiner Homepage. Nicht umgekehrt. Je mehr Links im Netz auf deine Homepage zeigen, desto mehr Leute finden sie.

6. Verbündet euch
"Allein machen sie dich ein" wusste schon Rio Reiser. Nicht jeder, der das Talent für Musik hat, hat das Talent sich auch selbst zu promoten. So lange du dir keinen erfahrenen Promoter oder Manager leisten kannst, suche dir jemanden Vertrauenswürdigen aus dem Freundeskreis oder schließ dich mit anderen Bands zusammen und gebt euch gegenseitig Feedback über eure PR. 
Also: bevor du was an die Presse oder ein Label schickst, lass es zumindest kurz von jemandem gegenlesen und am Besten nicht deinen allergrößten Fan, sondern jemandem, der das auch ganz neutral und professionell beurteilen kann.

7. Schicke keine Demos an Medien oder Blogs
Demos sind in erster Linie für lokale Konzertveranstalter oder Labels. Für uns als Musikmagazin sind sie unbrauchbar. Wir stellen nur fertig produzierte Alben oder Songs vor. Wichtig: Teure Pressemappen oder Vinyl sind zur Bemusterung nicht sinnvoll, steck das Geld lieber in dein Equipment oder Plakate. Fun Fact: Schlechte Bands fallen häufig durch besonders teure Hochglanz-Pressemappen auf. Steckt euer Geld lieber in Equipment und gute Aufnahmen. 

8. Warte nicht darauf, entdeckt zu werden
Ein Feature in einem Blog oder in einer Radiosendung ist zwar super und ein wichtiger erster Schritt, reicht aber in der Regel nicht, um sofort zum Überflieger zu werden. "Entdeckt werden" gibt es leider nur im Märchen. Oder im Fernsehen. In der echten Welt muss man sich seine Fans nach und nach live erspielen.
Medien und Magazine können dabei wesentlich helfen, deshalb: halte sie professionell auf dem Laufenden und knüpfe Kontakte. Medien und Blogs sind auch im Social Media Zeitalter wichtige, entscheidende Multiplikatoren! Stell dich darauf ein, dass niemand umsonst für dich arbeiten kann und halte ein wenig Budget für deine Promo bereit

9. Pflege deinen Mailverteiler mehr als dein Facebook
Natürlich solltest du auch auf Facebook und Twitter zu finden sein. Aber leider sind diese Plattformen für Musikpromo denkbar ungeeignet. Hast du schon mal ein Video dort gepostet? Und gecheckt, wie wenig Leute es sehen oder anklicken wollen? Die meisten kommen nicht zum Musikhören auf Facebook, sondern zum Quatschen. Oder Katzenbildchen liken. Erst wenn Dave Grohl auf deine Bühne käme und seine Hose runterließe, wäre deine Band ein Social Media Thema. Außerdem zeigt Facebook deine Beiträge maximal 5 Prozent deiner Fans, weil Facebook an dein Geld will. Und Werbung auf Facebook ist teuer und uneffektiv!

Hole deine Fans also nicht nur auf dein Facebook Profil, sondern frag sie, wo immer es geht, nach ihrer Adresse für deinen Newsletter. Damit lassen sich langfristig wichtige Kontakte von Leuten aufbauen, die du immer wieder erreichen kannst. Selbst wenn Facebook eines Tages das gleiche Schicksal ereilen sollte wie MySpace.

10. Respektiere deine Fans 
Nur echte Fans sind relevante Kontakte, arbeite also nicht mit irgendwelchen gekauften Quatschadressen oder sonstigen Tricks, sondern gib deinen Fans überall die Möglichkeit, freiwillig ihre Mailadresse zu hinterlassen. Beim Konzert, auf deiner Homepage, auf Facebook. Und spamme sie dann nicht zu, sondern behandle sie mit Respekt und schicke ihnen wirklich nur dann nur Nachrichten, wenn es was Wichtiges zu berichten oder zu hören gibt. Eine Tour, ein Album, ein Video oder neue Songs und kostenlose Downloads auf deiner Homepage. 

11. Lerne mit Fangates zu arbeiten
Eine einfache Art und Weise, Fankontakte zu sammeln, sind Fangates. Viele Stars haben auf diese Weise bereits ihre Fanbase vergrößert, von Thom Yorke über Marilyn Manson bis Cro. Gerade für Newcomer gilt: Verschenke deine Musik erstmal und warte, bis die sie die Runde macht! Dafür gibt es zahlreiche Tools von Soundcloud, Bandcamp, Official.fm und neuerdings auch BitTorrent. Und trommle anschließend dafür bei deinen Konzerten, in Musikmedien und auf deinen Seiten im Netz.

Wie man mit Fangates mehr Fans gewinnt

Wichtig: tagge jedes File, das du ins Netz hochlädst korrekt mit allen Daten, ansonsten landest du als "Unknown Artist" mit "Unknown Track" im Nirwana der Festplatten deiner potenziellen Fans.

Abb. Einer von vielen "Unknown Tracks" auf HypeMachine.com, die nicht korrekt getaggt wurden.

Als Gegenleistung für den kostenlosen Download verlangst du eine Mailadresse, um deine Fanbase aufzubauen. Wer sich freiwillig Musik von dir runterladen will, den interessiert auch, was du machst. Und möchte vielleicht künftig noch mehr von dir hören. Erwarte keine Wunder, aber bleib regelmäßig am Ball. JEDER neue Kontakt kann ein entscheidend wichtiger sein! Schick auch uns den Link, vielleicht passt es ja bei uns auch gut rein - sofern du unsere Tipps beherzigt hast. 

Udo Raaf ist Gründer von Tonspion und hat davor in verschiedenen Bands und Projekten gespielt. Neben Tonspion betreibt er die Content Marketing Agentur contentconsultants und berät Unternehmen und Labels in Sachen Online Marketing.

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