20. Februar 2009: Die Alben der Woche

Mit The Prodigy, Cassandra Steen, Kevin Costner, Razorlight, Trail Of Dead, Grandmaster Flash

Die wichtigsten Neuerscheinungen der Woche in der kompakten Tonspion-Übersicht.

Dan Auerbach - Keep It Hid
Als hätte er nicht schon genug um die Ohren: Bekannt als 50% von The Black Keys, Studiobetreiber und Labelmensch hat Auerbach nun ein Soloalbum mit familiärer Unterstützung gemacht. Ergebnis: bluesig, rockig, staubig. bb

Kevin Costner - Untold Truths
Moment mal, der Bodyguard und Wolfstänzer macht auch Musik? Wer es bisher noch nicht wusste: der Schauspieler steht auf Country und spielte bereits vor seiner Hollywood-Karriere in Bands. Jetzt hat er sein Debütalbum veröffentlicht, auf dem er als Sänger überzeugt, als Songwriter jedoch eher blass bleibt.  js

Dear Reader - Replace Why With Funny
Eine der Überraschungen des noch jungen Jahres: Berührendes aus Südafrika, von einem Trio, das mit großen Popmomenten im schlauen Indierock zu jonglieren weiß. Hier darf man all das vorkosten. bb

Grandmaster Flash - The Bridge
Grandmaster Flash, die Legende, braucht 2009 wohl eine exorbitante Gästeliste, um seine eigene Ideenlosigkeit zu überdecken und demontiert sich mit diesem Album selbst. Wo bleiben wirklich neue "Adventures of Grandmaster Flash"? fs

The Prodigy - Invaders Must Die
Ein Comeback, eine Band am Scheideweg: endgültig überholt und vielleicht sogar peinlich? Keith Flint & Co. wollen es noch mal versuchen - auch wenn schon der Vorbote des Albums nicht allzu viel erwarten ließ. Für Fans. js

Razorlight - Slipway Fires
Die Herren wurden im UK-Röhren-Jeans-Hype hochgespült. Sänger Johnny Borell gilt als Diva: ob er es persönlich nimmt, wenn man auf dieses Album verzichtet, weil die Originale wie Libertines & Co. eigentlich wirklich besser sind? js

Jesse Rose - What Do You Do If You Dont?
Jesse Rose unverfrorener Sampleeinsatz und seine charmanten Gäste von Hot Chip machen "What Do You..." auch auf Albumlänge zu einem Highlight in Sachen House. fs

Cassandra Steen - Darum leben wir
Neulich beim musikalisch niederschmetternden Bundesvision Song Contest war die Glashaus-Sängerin nach Peter Fox die heimliche zweite Siegerin. Ihre gefühlvolle Variante des cleanen, radiokompatiblen amerikanischen Soul funktioniert erstaunlich gut, auch wenn das bestimmt nicht jedermanns Sache ist. js

These Are Powers - All Aboard Future
Ein gemischtes Trio, dem kein Experiment zu abwegig ist. Pluspunkt: Ihre Versuche gehen nicht selten auf, egal ob nun im Samplerkrach, Rhythmusrausch oder Noisebock. Nur für Nervenstarke, sprich Liars-Liebende. bb

Trail Of Dead - The Century Of Self
Die Texaner kehren zurück zu ihren Wurzeln. Diese liegen tief im Indietum vergraben, wo Trail Of Dead am liebsten herumwüten. Eine schöne Rückkehr, braucht aber auch keine weitere Fortsetzung. bb

VA - Pop Ambient 2009
Ambient ist zurück, zumindest in meiner Wahrnehmung, Wolfgang Voigts Streifzug durch die Wälder, Auen und Wiesen macht jedenfalls große Lust ganz genau hinzuhören.  fs

VA - Strike 100
Streng genommen ist Shitkatapults Jubiläum schon letzte Woche erschienen, doch die ruhigere Seite des gerne ausschließlich mit Krawall assoziierten Labels hat eine wesentlich längere Halbwertszeit dank Beiträgen von Apparat, The Orb, Daniel Meteo oder Anders Ilar. fs

VA - War Child (Heroes Vol. 1)
Musik und guter Zweck, nicht immer passt das gut zusammen. Die War Child-Reihe präsentiert sich dennoch musikalisch ambitioniert. Auf der neuesten Ausgabe spielen Bands wie Hot Chip, Lily Allen, Elbow, TV On The Radio, Beck oder Peaches Songs ihrer eigenen Helden, nicht immer besser, aber oft überraschend. ur

VA - Sound Of Cologne Vol. 4
Ob`s am Karneval liegt? Wohl keine andere Stadt in Deutschland pflegt einen derartigen Lokalpatriotismus wie die Kölner. Auch der elektronische Underground hält zosamme, veröffentlicht bereits die vierte Ausgabe des "Sound Of Cologne" und beansprucht dieses Trademark ganz unbescheiden einfach mal für sich. Drei CDs vollgepackt mit Musik aus Köln von A-Musik bis Kompakt, mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Köln. Sollen alle anderen doch nach Düsseldorf gehen. ur

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