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Amazing Grace: Doku über die ewige Diva Grace Jones

Eine Doku über das bunte Leben der jamaikanischen Ikone

Auffällige Kostüme, perfekt inszenierte Posen und polierte Hits zwischen Pop und Reggae – so kennt man Grace Jones, die in den 80er Jahren zur Legende wurde. Filmemacherin Sophie Fiennes zeigt einen Blick hinter die glamourösen Kulisse der Künstlerin. 

Der Film ist bis 31.8.2019 verfügbar.

„Amazing Grace“, wie sie ihre Fans aus Jamaika nennen, ist Model, Sexsymbol, Schauspielerin und eine der bekanntesten Musikerinnen, die mit ihrer glamourösen Persönlichkeit und ihrem auffälligen Auftreten die Popmusik der 80er prägte.

Als Schauspielerin spielte sie ein Bond-Girl, dabei wäre sie als weiblicher Terminator vermutlich viel passender besetzt worden.

Bekannt wurde Grace Jones für extravagante Kleidung und ihrem androgynen und unterkühlten Image auf der Bühne. Lady Gaga ahmte ihre spektakulären Outifts mehrfach nach und musste sich dafür herbe Kritik des ehemaligen Models gefallen lassen.

Jones spielt mit den Geschlechterrollen und kleidet sich gerne in Männerkleidung, weswegen sie unter anderem zu einem Idol der schwulen Szene wurde. Sie schlüpft von einer Rolle in die andere und übt die Selbstinszenierung mit einer erfrischenden Selbstironie, für die sie bis heute gefeiert wird. 

Die britische Regisseurin Sopie Fiennes hat Jones über fast zehn Jahre begleitet und zeigt die Künstlerin, die letztes Jahr ihren 70. Geburtstag feierte, ganz ungeschminkt im Kreis ihrer Familie auf Jamaika, bei Studioaufnahmen für ihr großartiges Comback Album „Hurricane“ (2008) mit den Reggae-Legenden Sly & Robbie und bei ihren Live-Auftritten in den unterschiedlichsten Outfits.

Eine der besten Szenen des Films ist, als Grace Jones im französischen Fernsehen mit einer Gruppe von leicht bekleideten Tänzerinnen auf die Bühne soll und sich hinterher bitter beschwert, dass sie keine Bordellbesitzerin sei und so etwas nicht mache.

Manche nennen dieses Verhalten vielleicht "schwierig", für andere ist sie genau deshalb die ultimative Feministin, die sich nicht von Männern in ein Klischee pressen lassen will.

Dass sie letztlich auch den Film kontrolliert und exakt bestimmt, was sie von sich an die Öffentlichkeit lässt und was nicht, auch das muss man bei ihr mit einpreisen. Bei Grace Jones ist nichts so, wie es scheint. Das macht ihre Faszination aus. Trotzdem kam man der Künstlerin noch nie so nah, wie in diesem Portrait.

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