Antisemitismusbeauftragter will Bundesverdienstkreuz für Campino 

Echo-Rede gegen Kollegah und Farid Bang habe "Gesellschaft verändert"

Der Sänger der Toten Hosen hatte sich bei der Echo-Verleihung gegen einen Preis an die Rapper Kollegah und Farid Bang gestellt und nun soll Campino für diese Rede nach Ansicht des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung das Bundesverdienstkreuz erhalten.

In einer Rede hatte sich Campino bei der Echo-Veranstaltung als einziger gegen die judenfeindlichen Texte der Rapper gestellt, in Folge um den Skandal um Kollegah und Farid Bang wurde der Musikpreis abgeschafft. Während die Rapper medienwirksam nun einen Besuch ins Konzentrationslager Auschwitz planen, verdienen sie dank des Skandals kräftig weiter an ihrem umstrittenen Album "Jung Brutal Gutaussehend 3".

Die Politik reagiert auf die Farce ebenfalls mit Symbolpolitik: "Campino sollte für sein Engagement auf der Echo-Verleihung unbedingt gewürdigt werden, am besten mit dem Bundesverdienstkreuz", so Felix Klein. Der seit dem 1. Mai im Amt befindende Antisemitismusbeauftragte begründete dies damit, dass der Sänger " vielleicht sogar langfristig unsere Gesellschaft verändert hat".

Echo 2018: Campino nimmt Stellung zu Kollegah und Farid Bang

Eher klein ist hingegen die Nachricht, dass die Texte von Kollegah und Farid nach einer Anzeige strafrechtlich geprüft werden. Gegen beide wurde Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt, nun droht beiden ein Verfahren.

Die Anzeige richte sich zudem auch an den Vorstandschef der Bertelsmann-Tochter BMG, Hartwig Masuch, – die Plattenfirma trennte sich unterdessen von dem umstrittenen Duo, der offenbar im Vorfeld niemals auffiel, dass in den Texten der beiden unglaublich widerliche Zeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" vorkam.​

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