Arctic Monkeys verklagen Last.FM

Internetradioanbieter gerät unter Druck

Viele Musikfreunde feiern Last.FM derzeit als das wirklich "letzte" Radio, das man braucht. Statt Dudelfunk gibt`s nur noch Lieblingsmusik auf Bestellung. Doch rechtlich steht Last.FM nach wie vor nicht auf sicheren Beinen. Jetzt flattern erste Klagen bekannter Bands ins Haus.

Die Arctic Monkeys, Editors und Basement Jaxx haben sich laut MTV.de zusammen getan, um gegen die Verwendung ihrer Songs auf Last.FM zu klagen. Das Problem: Last.FM wurde im vergangenen Jahr für einen dreistelligen Millionenbetrag an den Medienkonzern CBS verkauft. Die Bands, auf deren Musik sich auch der Erfolg von Last.FM begründet, gingen dabei aber vollkommen leer aus. Das wird von vielen Labels und Künstlern kritisiert, die sich ausgenutzt fühlen.

Der innovative Radioanbieter möchte diesem Problem nun mit einem neuen Geschäftsmodell begegnen. Gestern wurde ein neues Artist Royalty Programm angekündigt, das selbst nicht gesignten Musikern die Möglichkeit geben soll, am Erfolg von Last.FM zu profitieren. So soll jede Band abhängig von den erreichten Klickzahlen eine Beteiligung an den Einnahmen erhalten. Wie hoch diese sein werden und ob sich das für die Künstler jemals lohnen wird, darüber wurde nichts bekannt. Der internationale Verband der unabhängigen Labels Merlin kritisiert, dass keine Vergütungen für bisher verwendete Musik auf Last.FM erfolgen und wirft dem Anbieter somit Rechtsbruch vor. Die erfolgreichen Indiekünstler Arctic Monkeys, Editors und Basement Jaxx sollen diese Problematik nun offenbar auch in der breiten Öffentlichkeit bekannt machen.

Wie auch immer ein Gerichtsverfahren ausgehen wird, fest steht, dass nach wie vor im Internet jede innovative Idee durch bestehendes Recht verhindert wird. Ohne Rechtsbruch kann momentan vor allem im Bereich der Musik keine Innovation erfolgen und das ist - nicht nur in Deutschland - ein grundsätzliches Problem. Die Klagen sind zwar einerseits gerechtfertigt, um den oft benachteiligten Künstlern eine Stimme zu geben, andererseits muss man aber auch fragen, ob ausgerechnet Bands wie die Arctic Monkeys sich damit einen Gefallen tun, dagegen vorzugehen. Denn schließlich haben sie ihre Karriere bzw. ihre Bekanntheit in großem Maße dem Internet zu verdanken.

Udo Raaf / Tonspion.de

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