Ausprobiert: Traktor Pro (DJ Studio)

Professionell MP3s mixen

Native Instruments arbeitet seit einigen Jahren an der Revolution im DJ-Bereich. Mit Traktor Pro legt die Berliner Software-Schmiede nun ein gelungenes Profi-Tool vor, mit dem man professionell mit MP3s und anderen Audio-Files auflegen kann.

Die erste Neuerung in der neuen, vierten Traktor-Version ist das rundumerneuerte Interface. So schick und übersichtlich hat sich noch keine DJ-Software präsentiert. Alles ist klar und sauber strukturiert und die Schrift endlich so groß und klar, dass man sie auch bei schwierigen Lichtverhältnissen im Club noch gut lesen kann. Mit wenigen Mausklicks lässt sich Traktor den eigenen Bedürfnissen anpassen. Aber nicht nur optisch, auch unter der Haube hat sich einiges getan.

So kann der ambitioniertere Soundtüftler auf eine ganze Reihe von Effekten und Filtern aus dem Hause Native Instruments zugreifen, die gleich mitgeliefert werden. Die überarbeitete Sync-Funktion ermöglicht es einem DJ nahtlos zwischen verschiedenen Loops, Cue-Punkten oder jedem anderen beliebigen Teil eines Tracks hin und her zu springen und trotzdem im Beat zu bleiben. Desweiteren kann man über MIDI-Steuerungsfunktionen auch diverse externe Instrumente einbauen.

All das wird aber nur für den ambitionierten Profi-DJ von Interesse sein, alle anderen erhalten mit Traktor Pro aber auch eine echte Alternative zu der klassischen Plattenspieler-Mischpult-Kombination. Die Vorteile liegen auf der Hand: wer alleine mit Notebook bewaffnet im Club auflegen kann, spart sich viel lästige Schlepperei, außerdem ist die Verwaltung der Musiksammlung am PC deutlich einfacher. Zudem spart man sich mit Traktor Pro teures Vinyl, so dass sich auch die hohen Anschaffungskosten schnell rechnen können.

Mit 199 Euro ist die Software nicht gerade billig. Hinzu kommen Kosten für eine professionelle Mehrkanal-Audiokarte, um einen Track am Kopfhörer vorhören zu können, während ein anderer läuft, sowie evtl. ein Audiocontroller für alle, die nicht mit Maus und Tastatur, sondern mit einem richtigen Mischpult mixen möchten. Da ist man schnell bei 600-1000 Euro, um ein entsprechendes Setup zu haben, mit dem man auch einen Club bespielen kann. Traktor bietet eine kostenlose Demoversion für PC und Mac mit der man alles in Ruhe ausprobieren kann, die allerdings nur 30 Minuten je Session läuft.

Fazit: Nach der völlig überfrachteten Version 3 hat Native Instruments an den richtigen Stellen geschraubt und seine Software auf ein Höchstmaß an Professionalität und Nutzerfreundlichkeit getrimmt. Wer damit immer noch nichts anfangen kann, wird vermutlich für immer bei seinem alten Plattenspieler bleiben.

Zum Demo-Download

Übrigens: Wer eine voll funktionsfähige kostenlose DJ-Software sucht, ist mit Mixxx besser bedient. Die Open-Source-Freeware wird ständig weiter entwickelt und bietet ebenfalls viel kreativen Freiraum für Nachwuchs-DJs.

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