Ausspioniert: Maximilian Hecker im Interview

Der große Romantiker unter den Songwritern gibt Antworten

In dieser Rubrik erhält Tonspion-Redakteur Jan Schimmang von ausgewählten Künstern die unterschiedlichsten Anworten auf ähnliche Fragen. Herr Hecker gibt sich gewohnt anspruchsvoll und tiefgründig.

Warum machst du eigentlich Musik?

Ich mache Musik, da ich, um emotional zu überlegen, den Kanal zu meiner Seele mithilfe von Musik entblocken muss, um schließlich in der Lage zu sein, meine tiefste Sehnsucht auszudrücken. Eine Sehnsucht nach Körperlosigkeit, eine Sehnsucht nach einem wesenlosen Unendlichen, eine Sehnsucht nach Wiedervereinigung mit einer verlorenen Ganzheit. Psychoanalytisch gesprochen: die Sehnsucht nach Wiedervereinigung mit dem primären Objekt, um die fundamentale Lücke zu schließen, die ihr Verlust hinterlassen hat.

Was war das schönste Kompliment, das du je für deine Songs bekommen hast?

Dass der Hörer geweint hat. Weinen als Katharsis und als Ausdruck eines authentischen, ungefilterten direkten Seelenausdruckes.

Welche deiner Textzeile sollte auf ein T-Shirt gedruckt werden?

“I’m Dying”
 
Kreativität bedeutet für dich ...

Ohne Anstrengung und mit Spaß, beinah im Vorübergehen, sozusagen schlafwandelnd, etwas zu  schaffen, was es zuvor noch nicht gegeben hat.

Welche Headline würdest du über dich gerne in der Zeitung lesen?

“Maximilian Hecker heiratet sich nach Geschlechtsumwandlung selbst.”

Du hörst auf Musik zu machen, wenn ...

Ich nicht mehr - wie bisher - Musik als Mittel benötige, mein wahres Selbst zu spüren, sondern, wenn mein wahres Selbst für mich unabhängig von (künstlerischer) Rebellion dauerhaft spürbar und somit Realität wird.

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Maximilian Heckers "Radio Sessions" sind 2007 via Kitty-Yo digital erschienen. Das neue Album "One Day" wird es voraussichtlich noch dieses Jahr veröffentlicht.

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