Beats, Breaks and Bitcoins: Kryptowährung kaufen und sicher aufbewahren

Die Blockchain-Revolution und ihre Folgen (Kapitel 5/10)

Ist Bitcoin eigentlich schwierig zu benutzen? Nicht wirklich – jedenfalls nicht, wenn du E-Mails verschicken, ein Smartphone bedienen oder einen Geldautomaten benutzen kannst.

All diese Dinge sind nämlich ungefähr genauso einfach. Aber: Als elektronisches Bargeld bringt Bitcoin so wesentliche Änderungen im Vergleich zu herkömmlichen Formen von Geld (also Münzen, Scheinen und virtuellen Einheiten auf Plastikkarten und Bankkonten) mit sich, dass seine Verwendung eine gewaltige Umstellung von Gewohnheiten bedeutet. Hier also ein paar praktische Tipps zur Benutzung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro) Währung (Entwicklung in einem Jahr)BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart
Kursanbieter: Bitcoin.de

Wo kann ich Bitcoins kaufen?

Die einfachste Methode, an Bitcoins und andere Kryptowährungen zu gelangen ist, Geld bei einem der zahlreichen Exchanges zu wechseln. Diese digitalen Wechselstuben gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt. Einige sind sehr einfach gestaltet, andere muten eher wie hochkomplexe Börsenplattformen an.

Der derzeit beliebteste Exchange in Europa heißt Bitpanda. Es gibt zwei Gründe für den großen Erfolg dieser in Wien beheimateten Plattform: Erstens ist sie sehr einfach zu bedienen, und zweitens bietet sie mehr Zahlungsoptionen an als jede andere Kryptowährungs-Wechselstube.

Bei Bitpanda kann man mittels Kreditkarte, Sofort-Banking, Skrill, SEPA-Überweisung und mehreren anderen Methoden bezahlen. Es gibt nicht nur Bitcoin, sondern auch Ethereum, Dash und Litecoin. Und man kann – falls man das will – auch Kryptowährung zurück in Euros tauschen.

Ähnlich einfach wie Bitpanda, aber in den USA beheimatet, ist die weltweit beliebteste Wechselstube Coinbase. Kreditkartenzahlung ist hier ebenfalls möglich, und es gibt Bitcoin, Ethereum sowie Litecoin.

Wer sich nicht davor scheut, ein etwas komplizierteres Userinterface zu beützen, kann sich bei den Exchanges Kraken, Poloniex oder Bitfinex registrieren. Das sind Handelsplattformen für Dutzende verschiedene Kryptowährungen. Man kauft dort nicht direkt vom Provider (wie bei Bitpanda und Coinbase), sondern geht Trades mit anderen Usern ein. Das ist zwar etwas aufwändiger, dafür kriegt man unter Umständen einen günstigeren Deal. Außerdem kann man so auch Kryptowährungen untereinander traden (also sich zum Beispiel Ethereum mit Bitcoin kaufen).

Bei all diesen Plattformen muss man sich aufgrund bestehender Gesetze gegen Geldwäsche mit Namen, Adresse und Scans von Ausweisdokumenten registrieren. Man kann daher nach der Registrierung nicht sofort mit dem Einkauf beginnen, sondern muss zumindest ein paar Stunden, manchmal auch einige Tage warten, bis das neu registrierte Konto geprüft und freigeschaltet ist.

Die beiden Gründer des beliebtesten Bitcoin-Exchange Bitpanda

Anonym einkaufen
Es gibt auch ein paar Möglichkeiten, Bitcoins ohne namentliche Registrierung zu kaufen. Die beliebteste Plattform dafür ist localbitcoins.com. Dort kauft man nämlich direkt von anderen Usern ein, die sich in der Nähe befinden und die man in der physischen Welt trifft.

Localbitcoins vermittelt also Käufer und Verkäufer mittels der Ortungsfunktion des Smartphones. Eine andere, ganz ähnliche Möglichkeit für den anonymen Bitcoin-Kauf bietet die Local-Trader-Funktion der Smartphone-Wallet-App Mycelium. Und ebenfalls ohne vorherige Registrierung eines Nutzerkontos gelangt man an Bitcoins, indem man sie von einem Bitcoin-ATM – also einem Geldautomaten –  abhebt. Eine ständig aktualisierte Karte mit Standorten von Bitcoin-ATMs weltweit gibt es auf coinatmradar.com

Bitcoins kaufen

Wo bewahre ich Bitcoins auf?

Wallets
Für die Benutzung von Bitcoin muss man kein Konto eröffnen. Man verwendet Adressen und Schlüssel. Eine App, die Adressen und Schlüssel verwaltet, nennt man „Wallet“, also Brieftasche. Es reicht also, eine simple Wallet-App auf dem Smartphone zu installieren, schon kann man Bitcoins empfangen und versenden.

Die Bitcoin-Adresse ist ähnlich einer E-Mail-Adresse: Man kann sie weitergeben, damit andere Personen Geld an diese Adresse senden können. Im Gegensatz zu einer E-Mail-Adresse ist eine  Bitcoin-Adresse eine ziemlich chaotisch anmutende Buchstaben- und Zahlenkette. Sie kann aber auch  als QR-Code dargstellt werden, damit man sie mit Hilfe einer Smartphone-Kamera einscannen kann – das dauert nur wenige Sekunden. Eine Bitcoin-Zahlung ist deshalb einfacher und schneller als eine Zahlung mit einer Kreditkarte.

Gute Smartphone-Wallets sind zum Beispiel GreenAddress (iOS, Android), Breadwallet (iOS, Android) und Mycelium (derzeit nur auf Android empfehlenswert). Für User, die ihre Bitcoins lieber auf einem Computer verwalten möchten, empfehlen sich Electrum oder das Browser-Plugin von GreenAddress.

Bei der Auswahl eines Bitcoin-Wallet ist unbedingt darauf zu achten, dass es erlaubt, selbst über den privaten Schlüssel verfügen zu können. Gute Wallet-Apps weisen darauf gleich am Anfang hin. Bei vielen Wallets erhält man statt des privaten Schlüssels eine Liste aus 12 zufällig ausgewählten Wörtern, die man einfach aufschreiben und an mehreren Orten sicher und geheim aufbewahren kann. Diese 12 Wörter sind ein kryptographischer Seed zur Erzeugung deiner privaten Schlüssel. Wer deine privaten Schlüssel bzw. diese 12 Wörter kennt, kann deine Bitcoins versenden.

Man lagert Bitcoins deshalb niemals in einer App oder Plattform, die ihren Usern nicht erlaubt, den privaten Schlüssel bzw. den Seed für solche Schlüssel selbst verwalten zu können. Die allerwichtigste Regel bei der Aufbewahrung von Bitcoins lautet: Wenn du nicht den privaten Schlüssel kontrollierst, dann sind es nicht deine Bitcoins.

Paper Wallets
Ein Bitcoin-Wallet ist im Grunde genommen immer die Kombination aus mathematisch zueinanderpassenden privaten Schlüsseln und öffentlichen Adressen. Aus diesem Grund ist es auch möglich, ein Bitcoin-Wallet offline zu erstellen, auszudrucken und in einem Safe aufzubewahren. Die Bitcoins, die man an dieses sogenannte „Paper Wallet“ schickt, sind nicht online und daher nicht übers Netz angreifbar.

Hier ist eine einfache Methode für die Erstellung eines Paperwallets:  Die Website bitaddress aufrufen. Das Netzwerkkabel des Computers abstecken oder dessen WLAN ausschalten, sodass der Computer garantiert offline ist. Gemäß den Anweisungen auf dem Bildschirm das Paperwallet erstellen. Sobald die öffentliche Adresse und der private Schlüssel auf dem Bildschirm erscheinen, den Bildschirminhalt zwei- oder dreimal ausdrucken – es empfiehlt sich, dafür einen Drucker zu verwenden, der ebenfalls offline ist und der keine Bilder speichert (viele Bürodrucker tun das).

Nun hast du mehrere offline generierte Paperwallets für die Aufbewahrung in einem Safe oder einem geheimen (wasser- und feuerfesten) Versteck. Wichtig: Wenn man Bitcoins von einem Paperwallet ausgeben will, muss man immer den gesamten Betrag an ein „heißes“ Wallet (auf einem Smartphone oder PC) übertragen – würde man nur einen Teil vom Paperwallet abheben, kann der Rest aufgrund sogenannter „exchange addresses“ verloren gehen.

Hardware Wallets

Will man Bitcoins sehr sicher aufbewahren, aber trotzdem – im Gegensatz zur Lagerung auf Paperwallets – öfters Teile davon versenden, dann eignet sich ein sogenanntes Hardware-Wallet besonders gut.

Pionierarbeit in diesem Bereich hat die Firma Satoshilabs aus Prag geleistet. Sie stellt ein Gerät namens Trezor her, das via USB-Kabel an Computer oder Smartphone angeschlossen wird und mit dem man einen Seed für private Schlüssel erzeugt. Diese Schlüssel verlassen das Gerät aber niemals – selbst wenn der eigene PC durch Malware kompromittiert ist.

Außerdem verfügt das Gerät über mehrere zusätzliche Ebenen an Sicherheit wie PIN-Codes und eine beliebig große Anzahl an Passwörtern, unter denen verschiedene Kryptowährungen (Bitcoin, Litecoin, Dash, Ethereum etc.) gespeichert werden können. Der Trezor kostet zwar ungefähr 100 Euro, ist aber sehr empfehlenswert. Weitere gute Hardware-Wallets sind der Ledger Nano S und der KeepKey.

Nützliche Links:

Bitcoin:
https://bitcoin.org

Exchanges:
https://bitpanda.com
https://coinbase.com
https://localbitcoins.com
https://poloniex.com
https://kraken.com
https://bitfinex.com

Wallets:
https://greenaddress.it
https://breadwallet.com
https://mycelium.com

Paperwallet erzeugen:
https://bitaddress.org

The Internet of Money:
http://bit.ly/2rlJqQK

Bitcoin-ATMs:
https://coinatmradar.com

Christoph Burstup Weiss ist Journalist und DJ/Producer der Wiener Band Schönheitsfehler. Er publiziert bei Radio FM4 und auf der Website http://gutesleben.solutions – Homebase für konstruktive Gedanken, gute Musik und schöne Dinge.

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