Bezahldienst Paypal und Musik-Streaming-Dienst Pandora einigen sich außergerichtlich

Streit um zu ähnliches Logo beigelegt

Clickbait, mal anders. Zwei US-Unternehmen streiten um ein Logo: Paypal hat den Musikstreaming-Dienst Pandora aufgrund der großen Ähnlichkeit seines Logos verklagt. Viele Nutzer hatten die Apps der beiden Anbieter auf ihren Smartphones verwechselt.

P wie Plagiat?

Ein juristischer Streit zeigt, wie eng verzahnt inzwischen die kühle Berechenbarkeit von Musik und die knallharte Kalkulation der Finanzwelt ist: Darüber hinaus ist natürlich die Optik oft wichtiger als der Inhalt, Design geht vor Content und das Logo als sichtbarstes Markenzeichen eines globalen Unternehmens wird mit allen Mitteln verteidigt. Auch Paypal ist aus diesem Grund vor Gericht gezogen – sein Logo ist nach Ansicht des Unternehmens von Pandora in arglistiger Weise abgekupfert worden, allein mit dem Ziel, User auf die Musik-Streamingdienstseite zu locken.

Im Mai 2017 hat sich der mittlerweile omnipräsente Bezahldienstleister juristisch gegen den Musikstreaming-Dienst Pandora gewehrt, weil dessen Logo zu sehr dem eigenen ähneln würde: Vor allem in den Sozialen Netzwerken oder auf der Smartphone-App in seiner Icon-Form würden die beiden Logos von Usern immer wieder verwechselt werden. Dazu führte PayPal auf 110 Seiten zahlreiche Nutzer-Kommentare bei Twitter oder Facebook als Beweis auf. In diesen hatten diese sich – oft jedoch ironisch und humorvoll – darüber beschwert, dass das neue Pandora-Logo sie zu sehr verwirre und man habe versehentlich die Pandora-Musik-App anstatt die PayPal-App geöffnet.

Streit ums Logo: Links Paypal, rechts Pandora

Außergerichtliche Einigung im Rechtsstreit

In der Klageschrift öffnete dann Paypal die Büchse der Pandora mittels einer drastischer Wortwahl: Man wolle sich nur an die immer ansteigende Popularität PayPals hängen, da Pandora selbst wegen des Erfolges von Spotify oder Apple Music nur geringe Erfolgschancen auf dem Markt hätte. Das im Oktober 2016 neu gelaunchte Pandora-Logo müsse also wegen akuter Verwechslungsgefahr verboten werden, forderte das Unternehmen an das Bundesgericht in Manhattan gewandt.

Die Logos sind sich in der Tat in gewissem Maße ähnlich: Beide bestehen aus einem blauen „P“, doch die Buchstaben unterscheiden sich durchaus in Typografie und Farbnuance. Dennoch erklärte Paypal-Anwalt Wanji Walcott gegenüber Gizmondo: „Wir haben erhebliche Zeit, Geld und Energie dafür verwendet, sicherzustellen, dass Paypal dank unseres unverwechselbaren P-Logos auf mobilen Geräten leicht zu identifizieren ist“. Paypal ist von Retailhändlern bis hin zu Sportwetten fast überall vertreten. So ist der rechtliche Kampf mit harten Bandagen auch gegen ein tatsächlich wirtschaftlich strauchelndes Unternehmen wie Pandora nicht erstaunlich und sogar der Sinn des PayPal-Logos wurde in bester Werbeagentur-Sprache ausführlich erklärt, um zu verdeutlichen, dass man sich nicht nur an dem optischen Wahrzeichen der Firma bedient, sondern auch an dem Erfolg und an der Erfahrung:

“Jedes Detail des Designs hat einen bestimmten Zweck. (…) Die Farbe wurde ausgewählt um dem Logo Energie zuzuführen und um Vertrauen sowie Vitalität zu portraitieren, während sie zudem mit PayPals langjährigem Farbschema harmonisiert. Die simple aber dennoch konkrete geometrische Figur wurde ausgewählt um Technologie zu symbolisieren”.

Inzwischen ist PayPal jedoch von der Klage abgerückt und man hat sich außergerichtlich geeinigt: Wie der Deal konkret aussieht, ist noch nicht bekannt und ob Pandora nun von sich aus das „P“-Icon wieder fallen lassen wird. Eventuell hat der Rechtsstreit, der es in diverse Medien schaffte, der Bekanntheit von Pandora – von Paypal war das so sicherlich nicht gewollt – ja doch ein wenig genützt und sein Profil gestärkt.

Pandora AppIm Zuge des Ärgers mit PayPal wurden jedoch im Mai 2017 Verkaufspläne laut, aber auch „strategische Alternativen“ wie das US-Unternehmen es selbst nannte. Eine davon scheint jedenfalls zu sein, sich dem größten Konkurrenten Spotify anzunähern und neben dem 9,99-Euro-Abo pro Monat auch kostenfreie Musik zum Streamen anzubieten. Um diese anhören zu können, müssen User zuvor jedoch wie bei Youtube erst ein 15 Sekunden langes Werbe-Video ansehen.

Über Pandora:

Hinter Pandora steht das patentierte “Music Genome Project”: 1999 gegründet, will diese Technologie mit einem komplexen mathematischen Algorithmus Songs analysieren und mittels fünf “Sub-Genomen” wie Pop/Rock, Hip-Hop/Electronica, Jazz, World Music und Klassik vollkommen durchleuchten. Innerhalb von fünf Jahren wurden so Tracks von 10.000 Interpreten analysiert.

Auf diese Art kann dem User automatisch Ähnliches vorgeschlagen oder empfohlen werden, ohne dass man auf die subjektive Einschätzung von Musik-Redakteuren angewiesen wäre oder unter der oft grausamen Musik-Auswahl bei Radiosendern leiden muss. Spannend ware in diesem Zusammenhang welches Lied Pandora eigentlich seinem Opponenten Paypal empfehlen würde? Vielleicht “Controversy” von Prince? Immerhin musste der viel zu früh verstorbene Künstler ganz genau um die enorme Wichtigkeit von Logos, Labels und Lizenzen in der Musikbranche.

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