BitTorrent und DRM!

Der Tonspion Wochenrückblick

BitTorrent geht unkonventionelle Wege für einen P2P-Softwareanbieter, das Musikerportal regioactive will MP3s von Amateurbands verkaufen und das Berliner Musikvertriebsservice lanciert ein Mobile-Download-Service für Independent-KünstlerInnen. Außerdem: die ersten Auswirkungen des Youtube-Verkaufs.

Bei BitTorrent, eines der beliebtesten P2P-Programme geht es derzeit drunter und drüber. Wie schon letzte Woche berichtet, wird BitTorrent mit den großen Filmstudios wie Paramount Pictures zusammenarbeiten und Videocontent anbieten. Laut Bram Cohen, Chef von BitTorrent, werden die Filmdownloads ausschließlich auf Windows-Systemen abspielbar sein, was nichts anderes bedeutet, als das die Dateien mit Windows-DRM versehen sind. Es scheint so, als bewege sich derzeit die Majorindustrie weg von DRM-Systemen, wobei im Gegensatz dazu ein P2P-Anbieter wie BitTorrent damit beginnt, die unliebsamen Restriktionssysteme einzusetzen.

Seit kurzem bietet Youtube eine eigen Sektion für den Download von ?Mobile Videos? an. Neben einem kleinen Re-Design dürfte dies schon einer der Auswirkungen sein, die nach dem Verkauf des Videoportals an Google spürbar werden. ?Popular Videos for Mobile Devices? heißt diese neue Rubrik.

Das deutsche Musikerportal regioactive kooperiert mit finetunes, einem der weltweit größten Digitalen Vertriebe, dessen Hauptgeschäft es ist, Audiofiles an Downloadstores zu liefern. So wird Newcomerbands ohne Label die Möglichkeit geboten, ihre Musik über iTunes, Napster & Co vertreiben zu lassen. Finetunes liefert die technische Infrastruktur und regioactive übernimmt die Auswahl aus Bewerbern über den bestehenden Artistpool. Man braucht als Band also keine Plattenfirma mehr, um Musik per Internet zu verkaufen. Ob diese Tatsache alleine jetzt aber reißenden Absatz mit sich bringt, ist dann doch unwahrscheinlich.

Phonector, ein Musikvertriebsservice aus Berlin lancierte diese Woche ein Mobile-Music-Download Service. ?Phonect-over-the-air? wird dieses Service genannt. KünstlerInnen können über diesen Dienst ihre Musik zum Download auf das Handy anzubieten. Alle Downloads werden im MP3-Format angeboten. Die Musikauswahl ist freilich bisher sehr begrenzt. (pb)

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