BitTorrent will kommerziell werden

P2P-Tauschbörse wirft sich an Hollywood ran

Die Firma BitTorrent Inc um den Entwickler Bram Cohen und dessen Partner Ashwin Navin erhält 8,75 Millionen Dollar Venture Capital, um ihre Tauschbörse fit für Hollywood zu machen. BitTorrent soll zur kommerziellen Vertriebsplattform für Videofilme werden. Doch nach wie vor werden über BitTorrent hauptsächlich illegale Inhalte getauscht.

Flucht nach vorne im P2P-Business. Nach dem wegweisenden Gerichtsurteil in den USA, das Morpheus und Grokster für den Tausch illegaler Datei haftbar machte, versuchen die P2P-Unternehmen neue Geschäftsmodelle zu finden. Schließlich ist mit illegalen kostenlosen Downloads auch zukünftig kein Geld zu machen.

BitTorrent Inc. möchte nun legale und kostenpflichtige Inhalte über sein riesiges Netz vertreiben, die mit DRM-Verfahren geschützt sind und somit den Vorstellungen der Film-Industrie entsprechen. Das Kapital dafür soll laut heise.de von Doll Capital Management (DCM) stammen. Doch die Meisten nutzen BitTorrent nach wie vor, um illegal kopierte Filme und Musik übers Netz zu jagen.

Wie man dies zukünftig verhindern will, lässt auch BitTorrent-Chef offen und erklärt lapidar, dass man auch mit einem Browser Kinderpornografie anschauen oder mit Word urheberrechtlich geschützte Texte kopieren könne. Genau dieser Argumentation war das oberste Gericht der USA im Fall von Tauschbörsen nicht gefolgt.

BitTorrent ist ein dezentrales Netzwerk, das die Bandbreite seiner Nutzer einsetzt, um auch große Downloads schnell liefern zu können. Das heißt, es ist einerseits bestens geeignet um große Dateimengen, wie zum Beispiel komplette Spielfilme, übers Netz zu transportieren. Doch andererseits lässt sich die illegale Nutzung des Netzwerks nicht verhindern. Und dies dürfte wohl auch die schwierigste Hürde in den Verhandlungen mit der Industrie sein, die ihre Inhalte kaum lizenzieren dürfte, solange sie nebenan kostenlos, ungeschützt und illegal zu haben sind. (ur)

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