"Black Panther": Gut geklaut ist halb gewonnen

Was taugt der neue Marvel-Film?

"Black Panther" gehörte zu den meisterwarteten Filmen 2018. Jetzt ist er da und wir verstehen den Hype um den neusten Marvel-Streifen nur in Ansätzen.

Wirklich alles hat darauf hingedeutet, dass "Black Panther: The Movie" als Meilenstein in die Geschichte des Kinos eingeht. Da ist zum einen der Fakt, dass der Black Panther in 50 Jahren seiner Comic-Existenz zum allerersten Mal auf Leinwand gebannt wird. Der erste schwarze Superheld der Geschichte im Kino - Zeit wurde es!

Fast der gesamte Cast ist obendrein ebenfalls mit schwarzen Schauspielern bestückt. Das ist dann fast schon das größere Novum, wenn man bedenkt, dass dahinter mit Marvel eine der größten Produktionsfirmen - stellvertretend für ein bis dato vorrangig weißes Publikum - steht. Chapeau - aber auch hier: Zeit wurde es!

Lässt man das beiseite, kann man den Hype um Black Panther nur in Ansätzen verstehen.

Auch wenn Ryan Coogler einer der aufstrebenden schwarzen Filmemacher unserer Zeit ist, schafft er es nicht die Erwartungen nach geballter Black Power, die der Trailer verspricht, auf Filmlänge in die Tat umzusetzen. Stattdessen wird munter abgekupfert: Von X-Men oder auch von James Bond - sowohl handlungsmäßig als auch bildästhetisch. Zuweilen fühlt man sich an "The Lion King" erinnert - auch hier muss König T'Challa nach dem Tod seines Vaters bei einem Attentat seinen Thron gegen Mitkonkurrenten erwehren.

Ein eigener Charme, den es braucht um als das durchzugehen, wofür Black Panther im Vorfeld gefeiert wurde, fehlt leider.

Peinlich wirken die Schauspieler dann, wenn sie unbeholfen versuchen einen vermeintlich afrikanischen Dialekt zu imitieren. Noch befremdlicher - oder besser gesagt zu aufgesetzt - wirken die klischeehaften Darstellungen etwaiger Stammeskämpfe und die rituallen Verkleidungen der umstehenden Personen. Und es sagt bisweilen viel aus, wenn man als Zuschauer fast schon traurig wird, wenn Randfiguren wie Andy Serkis (als Ulysses Klaue) viel zu früh versterben, weil sie am interessantesten gestaltet sind.

Zugute halten muss man, dass der Film ein feministisches Manifest ist. Auch wenn Chadwick Boseman als Black Panther der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist, es sind die Frauen - Lupita Nyong'o als Nakia (im Film Bosemans Schwester) und Danai Gurira als Generälin Okoye - die der Story drive geben. Sie leisten dem neuen König Widerstand. Sie sind es, die die Oberhand über die technologischen Wundertüten von und aus Wakanda haben. Und ohne sie hätte es der alte König nie fertig gebracht, seinen Thron zurück zu erkämpfen. 

Wir hoffen also, dass es nicht wieder 50 Jahre braucht, bis die erste weibliche schwarze Heldin auf der Leinwand erscheint.

Beeindruckend sind auch die Special Effects, vor allem wenn die Szenerie in das vor der Außenwelt versteckte Wakanda schwenkt. Deren High-End-Technologie ist futuristisch, innerhalb der Story flüssig und angemessen erläutert und - wie schon in der Serie Black Mirror - gar nicht so weit von unserer Vorstellungskraft entfernt, wie es vielleicht den Anschein hat.

Audio: The Weeknd & Kendrick Lamar: Pray For Me

Im Vorfeld schlug vor allem auch das Album zum Film - kuratiert und zusammengestellt von Kendrick Lamar - große Wellen. Ob der Hype an dieser Stelle berechtigt ist, lest ihr hier.
 

Tracklist:

"Black Panther" - Kendrick Lamar 
"All The Stars" - Kendrick Lamar & SZA 
"X" - ScHoolboy Q, 2 Chainz & Saudi 
"The Ways" - Khalid & Swae Lee 
"Opps" - Vince Staples & Yugen Blakrok 
"I Am" - Jorja Smith 
"Paramedic!" - SOB X RBE 
"Bloody Waters" - Ab-Soul, Anderson .Paak & James Blake 
"King's Dead" - Jay Rock, Kendrick Lamar, Future & James Blake 
"Redemption Interlude" - Zacari
"Redemption" - Zacari & Babes Wodumo 
"Seasons" - Mozzy, Sjava & Reason 
"Big Shot" - Kendrick Lamar & Travis Scott 
"Pray For Me" - The Weeknd & Kendrick Lamar

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