"Black & Proud": Chronik und Comic über afroamerikanische Musik

Von Blues über Blaxpoitation bis hin zu Beyoncé

Eine musikalische Comic-Chronik des 20sten und 21sten Jahrhunderts: Das ist das Buch "Black & Proud" von Hervé Bourhis und Brüno, ein opulentes Werk über die Entwicklung der afroamerikanischen Musik mit Fokus auf Genres, Künstler und Gesellschaftspolitik.

1968 sang ein gewisser James Brown selbstbewusst den Funksong "Say It Loud- I’m Black And Proud" und sprach damit direkt die afroamerikanische Bevölkerung in den USA an: Black Empowerment war geboren und Zeilen wie "we demands a chance to do things for ourself/we're tired of beating our head against the wall/and workin' for someone else" zur politischen Botschaft.

"Black & Proud" heißt auch ein Buch, das im Untertitel die Geschichte vom Blues zum Rap erklären will, aber weit mehr ist. Zwischen Chronik und Comic angesiedelt, erklärt das Buch in einzelnen grafisch schön gestalteten Illustrationen und Typografien, wichtige Begriffe und Genres aus der afroamerikanischen Musik, ergänzt durch kuriose und unbekannte Fakten. Denn wer weiß schon, dass (und vor allem warum), Soul-Legende Solomon Burke einst bei einer Ku-Klux-Klan-Veranstaltung spielte?

Aus dem Buch "Black  & Proud"

Der Sachcomic stammt vom französischen Künstler-Team, dem Autor Hervé Bourhis und dem Zeichner Brüno: Angefangen vom Jahr 1945 bis 2015, wird hier kenntnisreis nicht nur jedem Jahr ein wegweisender Künstler zugewiesen, diverse Info-Kästen und Comics erzählen noch mehr Wissenswertes und Spannendes zum Thema.

Die vorgestellten Künstler sind so vielfältig wie verschieden: Man findet schön gestaltete "Steckbriefe" unter anderem von Prince, Missy Elliot, Nat King Cole, Run The Jewels, Isaac Hayes, Kendrick Lamar oder Donna Summer – jeder einzelne essentiell wichtig für die Entwicklung der Black Music.

Neben kuriosen Geschichten, warum etwa ein Ex-Mitglied von Public Enemy Straußenzüchter wurde oder dass der Begriff "funky" bereits im Jahr 1784 schriftlich erwähnt wurde, lebt das Buch vor allem von seinen Illustrationen: Ein opulentes Coffee-Table-Buch, das man am besten neben dem Plattenspieler platziert und das man beim passenden Song aufschlägt.

Wer kein Vinyl-Nerd ist, dem sei die passende von den Autoren kuratierte Spotify-Playlist zum Buch ans Herz gelegt, die natürlich mit James Browns "Say It Loud, I’m Black And Proud" beginnt und in 41 Stunden über 600 Songs aus Blues, Rap, Gospel, Soul, R&B, Funk und Hip-Hop zusammengebracht hat.

Video: James Brown – Say It Loud, I’m Black And Proud

„Black & Proud. Vom Blues zum Rap“, 176 Seiten, Oktober 2018, erschienen im avant-verlag.

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