Bono rät US-Kongress: Schickt Komiker zum IS

U2-Frontmann spricht über Flüchtlingskrise in Europa

Dass Bono von U2 politisch sehr engagiert ist und von vielen hochrangigen Politikern hoch angesehen, ist bekannt. Nun sprach er vor dem US-Kongress über die Flüchtlingskrise in Europa und gab den USA einen ganz konkreten Rat. 

In diesen Tagen zeigt sich wieder ein Phänomen ganz deutlich: politische Extremisten zeichnen sich häufig durch extreme Humorlosigkeit aus. Und können deshalb mit den Mitteln des Humors tief getroffen werden.

"Wenn Sie Gewalt sprechen lassen, sprechen Sie ihre Sprache. Aber wenn Sie sie auslachen, wenn sie im Gänsemarsch durch die Straßen ziehen, dann nehmen sie ihnen ihre Macht. Deshalb schlage ich dem Senat vor, Amy Schumer, Chris Rock und Sacha Baron Cohen gegen den IS einzusetzen." (Bono)

Bono mit Barack Obama
Bono mit Barack Obama 2010 (Foto: The White House)

Mit diesen nicht ganz ernst gemeinten Worten beschloss Bono seine Rede vor dem US-Senat. Zuvor hielt er eine leidenschaftliche Rede, die Flüchtlingsproblematik in Europa nicht zu unterschätzen. Die Flüchtlingswelle gefährde die Einheit Europas und deshalb müsse man künftig bei Hilfsprogrammen viel mehr an die nationale Sicherheit als an Almosen denken. 

"Wenn Hilfe richtig strukturiert und für den Kampf gegen Armut und bessere Führung eingesetzt wird, dann ist das das beste Bollwerk gegen den Extremismus unserer Zeit" (Bono)

Bono bezeichnete die aktuelle Krise als größte Bedrohung für Europa seit den 40er Jahren. Länder wie Polen oder Ungarn wenden sich der extremen Rechten zu und Großbritannien wolle gar die EU verlassen. Das sei bislang undenkbar gewesen und müsse auch die USA nervös machen. 

Besonders Afrika sei durch die drei Extreme Armut, Ideologie und Klima bedroht und diese Extreme kreierten einen Feind, der sehr gefährlich sei. "Wir müssen hinschauen, das Problem ist größer als sie denken", so Bono. Wenn man es nicht jetzt tue, werde es später viel teurer werden. 

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