Bosse gegen Rechts: Wir müssen lauter sein!

Songwriter fordert mehr Engagement von seinen Kollegen

Nicht nur in den USA, auch in Deutschland wird die Musikszene wieder politischer. Bosse spielte am Wochenende in Hamburg ein Konzert für den guten Zweck und begründet sein Engagement. 

Der Zeit gab Bosse zu Protokoll, warum er sich lautstark gegen die Bedrohung unserer Demokratie durch die Rechtsextremen einsetzt: 

"Als die AfD auf der Bildfläche erschienen ist, hatte ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. In der öffentlichen Debatte wird viel pauschalisiert und vertauscht. Als wir dann so viel Spenden bei dem Konzert, der "Sonntagssause", sammelten, ist bei mir ein Knoten geplatzt. Mir wurde klar, dass ich mit wenig Aufwand viel bewirken kann. Wir müssen lauter sein, weil das rechte Spektrum eben auch lauter geworden ist. Und mein Vorteil ist, dass ich mehr Menschen erreichen kann als andere."

Bosse fordert auch seine Musiker-Kollegen auf, politischer zu sein. Schließlich hätten gerade junge Menschen das Potenzial, die Dinge zu verändern, aber oft Hemmungen, sich politisch zu äußern. Doch auch viele Künstler trauen sich das kaum noch, aus Angst, Fans zu verprellen. Schließlich wird auf Facebook inzwischen jede politische Meinungsäußerung gegen die Populisten aggressiv kommentiert.

Hemmungen oder gar Angst kennt Bosse hingegen nicht: Bei der ansonsten kreuzbiederen Verleihung des Echos 2016 hatte Bosse den Stinkefinger in Richtung Nazis gezeigt und danach einen handfesten Shitstorm am Hals. 

"Wenn man in der Öffentlichkeit steht und sich gegen rechts äußert, kriegt man von der rechten Netzgemeinde ordentlich was um die Ohren geballert – mit vielen Rechtschreibfehlern. Das ist traurig, teilweise aber auch lustig. Meistens kann ich solche Anfeindungen entspannt wegschieben, ich zögere aber auch nicht davor zurück, Anzeige zu erstatten."

Bosse bei der Echo-Verleihung 2016

bosse cover

Bosse

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