Brit Awards 2018: Gewinner Stormzy attackiert Premierministerin in Freestyle-Rap scharf

“Yo, Theresa May, where's the money for Grenfell?”

Der Grime-Rapper und Aktivist Stormzy war der große Gewinner der diesjährigen Brit-Awards und konnte fünf Preise mit nach Hause nehmen: Aufsehenerregender war jedoch seine Performance mit nacktem Oberkörper im Regen und einem wütenden Rant gegen die Politik im Lande.

Bislang gebührte Margaret Thatcher die größte Wut unter Musikern, ihr sind unzählige Hass-Songs gewidmet, in denen die Politik der „Eisernen Lady“ verdammt wird. Doch nun hat auch die aktuell amtierende britische Premierministerin den Zorn der Musiker auf sich gezogen und Rapstar Stormzy schimpfte in seinem Auftritt furios über Theresa May.

“Yo, Theresa May, where's the money for Grenfell?/What, you thought we just forgot about Grenfell,” so Stormzy in Anspielung auf die immer noch nicht eingelösten Versprechungen nach dem katastrophalen Brand mit mindestens 80 Toten im Grenfell Tower in London.

Stormzy bei den Brit Awards 2018

Das Hochhaus ist seither ein düsteres Symbol für eine verfehlte und mitleidslose Politik, die mangelnden Brandschutz in einem ärmeren Viertel der Finanzmetropole zuließ – Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung laufen.

Stormzy bezeichnet die Regierung in seinem Freestyle als kriminell und schlägt vor, die Häuser der Politiker im Gegenzug nieder zu brennen. (“You’re criminals, and you got the cheek to call us savages/You should do some jail time, you should pay some damages/You should burn your house down and see if you can manage this.”). Das populistische Hetz-Blatt „Daily Mail“ bekommt am Ende auch noch viel Wut ab.

Vielleicht ist dies der Startschuss für weitere Anti-May-Songs und der Beginn einer neuen Politisierung der Musik durch die neue Hass-Figur May, die scheinbar Thatcher damit in nichts nachsteht: Dieser wurden Songs mit Titeln „How Does It Feel To Be The Mother Of A Thousand Dead?“ von Crass gewidmet, Morrissey träumte von «Margaret On The Guillotine» und sang 1988 «Leute wie du machen mich so müde. So bitte stirb».

Immerhin sorgte Thatcher so für einige gute und relevante Songs, Billy Bragg sagte einmal: "Wenn ich in Interviews nach meiner größten Inspiration gefragt werde, dann antworte ich immer: Margaret Thatcher." Waren es in den Achtziger Jahren weitgehend Indie,- und Punk-Musiker, die ihrer Wut gegen die Politik Luft machen, ist es 2018 ein Rapper, der die Initialzündung gibt.

Video: Morrissey - Margaret On The Guillotine

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