Burt Bacharach: Meister des Streichel-Pops veröffentlicht Solo-Album

Elvis Costello und Rufus Wainwright greifen dem Pop-Opa unter die Arme

Nicht erst seit den White Stripes, die ihren Hit „I just don´t know what to do with myself“ bei ihm entlehnten, ist Burt Bacharach ein Garant für Hits. Die Liste der Interpreten, die mit Bacharach-Songs berühmt wurden, liest sich wie das Who is Who der US-amerikanischen Pop-Geschichte.

Wer kennt nicht Dionne Warwicks ?Walk On By?, Dusty Springfields ?The Look Of Love? oder Aretha Franklins ?I Say A Little Prayer?. Oder anders gefragt: Wer hat noch nie ?Raindrops keep fallin´on my head? gesummt? Alles Titel aus Bacharachs Feder, die zu Welterfolgen wurden. Gemeinsam mit dem Texter Hal David schreibt Bacharach seit Mitte der 50er Jahre Hits am Fließband wie sonst wohl nur noch das Duo Lennon/Mc Cartney.

1928 in Kansas City geboren, lernte der junge Burt schon früh Klavier spielen. Seine Karriere startete er als Pianist in Offizierscasinos während des Koreakrieges.

Der Durchbruch gelang ihm mit seinen Songs für die Carpenters, Gene Pitney und Trini Lopez. Schon bald wurde Hollywood auf ihn aufmerksam und er avancierte zu einem der angesehensten Filmmusikschreiber.
Sein schier unglaubliches Gespür für die eindringliche Melodie brachte ihm insgesamt drei Oscars und sechs Grammys ein. Mit dem maßgeschneiderten ?What´s new pussycat? etwa trug er auch nicht unwesentlich zur Weltkarriere eines Tom Jones bei.

Selbst sang Bacharach eher selten. Eine Ausnahme bildet da wohl Austin Powers: Der nette ältere Herr, der in Teil 1 am Klavier sitzend den Klassiker ?What the world needs now is love? intoniert, ist Bacharach höchstpersönlich. Gemeinsam mit Elvis Costello, der seinen Cameo-Auftritt in Teil 2 der Agenten-Klamotte haben sollte, veröffentlichte er vor wenigen Jahren das hochgelobte Album ?Painted from Memory?.

Bacharach-Stücke sind nie viel länger als drei Minuten, oft an der Schwelle zum Kitsch und stets gefährlich nah am perfekten Pop-Song.

Am 28. Oktober veröffentlicht Burt Bacharach das Soloalbum ?At This Time?, sein erstes seit 1979! Bei der Koordination half Andrew Hale, hauptberuflich Keyboarder bei Sade. Es singen Elvis Costello und Rufus Wainwright. Ob es ihm noch einmal gelingt, sich mit dem einen oder anderen Ohrwurm in unseren Gehörgängen einzunisten? Man darf gespannt sein.

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