"CDs sind zu teuer"

Der Tonspion Wochenrückblick

Eine Umfrage stellt der Tonträgerindustrie ein schlechtes Zeugnis aus, der iPod-Hersteller Apple muss sich in den USA einer Klage wegen möglicher Hörschäden durch den Musikplayer stellen und mit der Kompositionssoftware Hyperscore kann man sich Klingeltöne selbst komponieren.

Jahrelang mussten wir uns von Vertretern der Musikindustrie sagen lassen, dass die Tauschbörsennutzer an ihrem Niedergang Schuld seien. Eine im Auftrag des Musikmagazins "Rolling Stone" in den USA durchgeführte Umfrage bringt nun auch andere Gründe für die sinkenden Umsätze der Musikkonzerne ans Licht. Rund drei Viertel Befragten sind der Meinung, dass CDs schlicht zu teuer seien. 58 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sind darüber hinaus der Ansicht, dass die Qualität der veröffentlichten Musik immer schlechter werde. Fazit: Die Labels haben ihre missliche Lage selbst verschuldet.

Der iPod-Hersteller Apple wurde unterdessen von einem Käufer des Musikplayers wegen der Gefahr einer möglichen Beeinträchtigung des Hörvermögens verklagt. Ab einer Nutzung von 28 Sekunden täglich bei maximaler Lautstärke (115 Dezibil) könne der iPod Hörschäden nach sich ziehen, heißt es in der Klageschrift. Der Kläger fordert nun Schadenersatz und technische Verbesserung beim Apple-Musikplayer. In Europa verkaufte iPods werden vom Hersteller übrigens auf 100 Dezibil gedrosselt.

Wer seine Klingeltöne künftig selber komponieren will, dem ist mit der unlängst vom Massachusetts Insitute of Technology (MIT) vorgestellten Kompositions-Software Hyperscore geholfen. Die ersten selbstkomponierten musikalischen Anrufzeichen wurden im Rahmen eines Wettbewerbs, bei dem unter anderem U2-Gitarrist The Edge in der Jury saß, vergangene Woche prämiert. Die Software ist in einer Basisversion - vorerst jedoch nur für Windows-Betriebssysteme - kostenlos erhältlich

Die britische Tageszeitung "The Guardian" hat die zunehmende Bedeutung von Musiker-Websites für das Musikmarketing untersucht und dabei auch Danny van Enden, den Chef der New Media Abteilung von EMI befragt und der meint: "What a good website repays a band and a label, in knowing who their audience are and where they are coming from, is incomparable in terms of any other marketing and research channel. Fundamentally, websites are an artist`s ongoing communication with the audience between record releases and tours." Bleibt also nur die Frage, wie man die Leute auf die unzähligen Künstler-Webseiten im Netz bringt an den pressefreien Tagen zwischen den Veröffentlichungen. Wir hätten dafür eine mögliche Antwort... (dax)

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