Das Kabel macht die Musik

Worauf man beim Kauf eines guten Lautsprecherkabels achten sollte

Gute Kabel sind ein wichtiger Bestandteil jeder heimischen Hi-Fi-Anlage. Denn ist die Übertragung zwischen Verstärker und Lautsprecher mies, kann man sich die Investition in teure High-End-Gerätschaften direkt sparen. Dabei müssen gute Kabel gar nicht so teuer sein, wie oft behauptet wird.

Um ein gutes Hifi-Kabel zu finden, das den Klang in bester Qualität an die Lautsprecher überträgt sollte man beim Kauf ein Auge auf einige ihrer Eigenschaften werfen, denn da gibt es durchaus große Unterschiede.

Durchmesser

Prinzipiell gilt bei der Auswahl der richtigen Kabel erstmal: Größerer Durchmesser bedeutet weniger Signalverlust auf dem Weg zwischen Verstärker und Lautsprecher. Und je verlustfreier das Signal, desto besser der Klang.

Die üblichen Dicken liegen zwischen 0,75 mm2  und 6 mm2. Alles was darüber hinaus geht hat im Heim-Hi-Fi-Bereich keine wirkliche Relevanz mehr. Fingerdicke Kabel lohnen nur, wenn extrem hohe Leistungen benötigt werden oder lange Übertragungswege zwischen Verstärker und Lautsprechern liegen.

Anzahl der Litzen

Lautsprecherkabel bestehen aus vielen feinen, miteinander zu Strängen verdrillten Kupfer-Äderchen, sogenannten Litzen. Wie schon beim Durchmesser gilt auch hier: Viel hilft viel.

Das hängt mit dem sogenannten “Skin-Effekt” zusammen. Dieser verdrängt den Signalstrom an die Leiteroberfläche, schwächt diesen ab und sorgt dafür, dass hohe Frequenzen verschmieren und der Gesamtsound dumpfer und weniger brillant klingt.

Eine hohe Anzahl an Litzen, bedeutet in der Regel, dass diese feiner sind und der “Skin-Effekt” damit deutlich schwächer ausfällt.

Verdrillung

Elektrische Leiter sind induktiv. Das bedeutet, dass jeder sie durchfließende Strom Magnetfelder aufbaut, die sich gegenseitig beeinflussen, aufheben oder verstärken. In Lautsprecherkabeln ist das natürlich ein absolut unerwünschter Effekt.

In guten Kabeln werden deshalb einzelne, voneinander isolierte Kabelstränge miteinander verflochten. Dadurch können induktive Störungen vollständig ausgelöscht werden.

Abschirmung

Um nerviges Grundrauschen und Brummen in den Boxen zu verhindern, müssen die Lautsprecherkabel gegen äußere Magnetfelder abgeschirmt sein. Das wird zum Beispiel durch die Ummantelung mit Kunststoff oder das Umwickeln mit einem dünnen Draht realisiert.

Wie gut ein Kabel abgeschirmt ist, gibt das Dämpfungsmaß, beziehungsweise Schirmungsmaß an, das in dB angegeben wird. Ein hervorragendes Dämpfungsmaß ist 120 dB.

Die richtige Verbindung

Bananen-Stecker an den Enden der Lautsprecherkabel sind praktisch ohne Frage. Ein optimales Klangbild liefern sie allerdings nicht immer. Denn leider gibt es keine einheitliche Norm für Buchsen und Stecker und somit sitzen erstere meistens zu lose in der Verbindung und die Kontaktflächen wird nicht vollständig genutzt.

Sitzen die Stecker passend, ergibt es Sinn auf hochwertige Materialien zu achten. Denn Goldstecker und -buchsen sind nicht nur ein einfacher Marketing-Gag, sondern liefern tatsächlich eine bessere Übertragung.

Das alles sind wichtige Bestandteile eines guten Kabels. Der Rest ist Geschmackssache.

Fazit

Es gibt Lautsprecherkabel in allen möglichen Preisklassen, aber vierstellige Beträge für auszugeben ist definitiv Humbug. Es gibt auch erstklassig konfektionierte Kabel im bezahlbaren Bereich von deutlich unter 300 Euro. Denn auch dem besten Kabel setzt die Physik Grenzen. 

Für wen auch das immer noch schlicht zu viel Geld ist, der findet auch Lautsprecherkabel für weniger als 10 Euro und bekommt trotzdem guten Sound. Für die meisten Hifi-Stereoanlagen der unteren und mittleren Preisklasse reicht das völlig aus. 

Wer also eine gute Stereoanlage mit hochwertigen Lautsprechern hat, sollte nicht am falschen Ende sparen und sich ein anständiges Kabel gönnen. Die Ohren werden es danken. 

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