Das neue Radiohead-Album in der Presseschau

So reagieren die Medien auf "A Moon Shaped Pool"

Nach dem überraschenden Release von "A Moon Shaped Pool" über Nacht ist das Rauschen im digitalen Blätterwald laut. Auch wir haben uns das neue Radiohead-Album schon zu Gemüte geführt und zusätzlich die besten Stimmen aus der Medienlandschaft gesammelt.

Die Presse ist sich weitgehend einig: "A Moon Shaped Pool" gehört zu den besseren und zugänglicheren Radiohead-Alben und stellt das letzte Album "King Of Limbs" klar in den Schatten. Gleichzeitig zeigen sich auch fast alle Stimmen verhalten mit Superlativen. Denn Musik wie die von Radiohead braucht seine Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Hier sind die ersten Reaktionen:

Süddeutsche Zeitung: "Radiohead haben mit "A Moon Shaped Pool" ein extrem ruhiges und beruhigendes Album aus einem Guss geschaffen, dem wohl ganz bewusst das nervig Nerdige, das Anstrengende, damit aber auch die Abwechslung früherer Werke fehlt. [...] Ob die fünf stets ohne Star-Gehabe auskommenden Musiker erneut ein Album für die Jahresbestenlisten oder gar für die Ewigkeit geschaffen haben - wer weiß das schon. Radiohead-Platten wachsen bekanntlich mit jedem Hören."

RP Online: "Das ist ein Radiohead-Album, das man nicht bloß bewundern muss, sondern auch lieben kann. "A Moon Shaped Pool" ist eine menschenfreundliche Platte, sie hat eine besondere Atmosphäre, traumhaft, als schwebe man unter Wasser."

Visions: "Mit den Songs scheinen sich Radiohead vom oft anstrengend kunstbeflissenen Ansatz ihrer jüngsten Alben ein wenig zu lösen und einfach zu machen. Dabei entstanden Songs zwischen dubsteppiger Electronica, lässigen Latingrooves und psychedelischem Pop."

Der Tagesspiegel: "So ist "A Moon Shaped Pool" eine Übung in Selbstzersetzung. Der Radiohead-Code aus wehendem Pathos und treibendem Puls ist nur noch in Spurenelementen erkennbar. Die Band sucht Sparsamkeit und Stille. Das letzte Wort ist "lonely". Einsam."

Rolling Stone Deutschland: "Was der Platte vielleicht fehlt, ist ein Punch, irgendeine Klang-Idee, die Radiohead wieder als eine der wichtigsten Bands des Planeten etabliert. [...] Was nicht heißt, dass „A Moon Shaped Pool“ nicht noch weiter wachsen wird, als es das schon beim zweiten Hörgang tut. Falls Radiohead aber Pech haben, werden sie zu dem, was sich mit „The King Of Limbs“ angedeutet hatte: die guten alten Freunde, über deren Wiedersehen man sich freut, die aber nach einem Jahr wieder aus dem Sinn verschwunden sind."

Rolling Stone USA: "Radioheads Album ist ein eindringlicher, erstaunlicher Triumph". 

The Guardian: "Es klingt, als haben Radiohead etwas erreicht, was sie in den letzten 25 Jahren ihrer Karriere nicht erreicht haben: mögen sie ihre Neurosen noch lange in konstanter Bewegung halten."

New York Times: "Radiohead interessieren sich nicht mehr für digitale Technologie. Heute ist Technologie nur noch ein Werkzeug für sie, jederzeit verfügbar und damit unwichtig, nicht mehr das Zentrum der Aufmerksamkeit. "A Moon Shaped Pool" nutzt die Möglichkeiten des Studios, aber zeigt die menschliche Aktivität darin. Egal wie es entstand, der Sound des Albums ist überwiegend akustisch und analog: ein wenig verschwommen, ein bisschen lärmig und ohne sich dem Takt eines Metronoms zu unterwerfen."

The Telegraph: "Radiohead wussten schon immer, wie man Schlaflieder schreibt. Jetzt haben sie ein ganzes Album geschrieben, das dich in den Schlaf wiegen und dann Albträume machen kann." 

SRF: "Ein Radiohead-Album wenige Stunden nach Veröffentlichung abschliessend zu beurteilen, ist nonsens."

 

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