Das neue Video von Alice In Chains

Nichts gegen die gute Erinnerung

Unbestritten: Diese Band war wichtig. Für den Grunge und all das, was aus ihm und seiner Hochburg Seattle Mitte der Neunziger hervorgehen sollte. Da erinnert man sich gerne zurück - und mehr will man ja eigentlich gar nicht.

"Dirt", das Zweitwerk der Band, war und bleibt ein Meilenstein der gitarrenbetonten Musikbewegung im Flanellhemd. Eigen, laut und anders. Alice In Chains waren damals Wegbereiter, erlagen aber schlussendlich dem Hype und ihrer damit einhergehenden Selbstzerstörung. Nach Grammy-Nominierungen, Platin-Alben, Reha-Aufenthalten und Auflösungserscheinungen besiegelte das Schicksal dann das Ende der Band: Auf den Tag genau acht Jahre nach Kurt Cobains Tod wird Sänger Layne Staley tot in seiner Wohnung aufgefunden. Tage zuvor war er berreits im Alter von 34 Jahren an einer Überdosis gestorben. 

Es folgten über die Jahre hinweg Ersatz- und Wiederbelebungsversuche, aber letztlich nichts Erwähnenswertes. In den letzten Wochen und Monaten machten Ankündigungen und Videotrailer dann wieder ernst: Es wird ein neues Alice In Chains-Album geben. Nach den rund sieben Minuten des nun jüngst veröffentlichten Videos zu dem neuen Song "A Look In View" darf man aber durchaus über Sinn und Unsinn derartiger "Reunions" fragen. Bleibt zu hoffen, dass der angekündigte Longplayer "Black Gives Way To Blue" mehr zu bieten hat, als den schlappen Aufguss dieser alten Größe. Wenn nicht, bleibt aber eines bestehen: Die gute Erinnerung.

Empfohlene Themen