Das Phänomen Die Toten Hosen

„Ballast der Republik“ das achte Nummer Eins-Album in Folge

Gleichzeitig Platz Eins in Deutschland, der Schweiz und Österreich – es gibt selbst für Bands wie Die Toten Hosen noch Dinge, die sie in ihrer Karriere noch nicht erreicht haben. Dabei würden Campino und Co. wohl jede Nummer eins Platzierung gegen den Aufstieg ihres Lieblingsvereins Fortuna Düsseldorf eintauschen, der heute vom DFB verhandelt wird.

Die Toten Hosen sind ein Phänomen, dem man entweder äußerst kritisch oder mit bedingungsloser Hingabe begegnet. Wer hätte gedacht, dass aus der Punk Ursuppe rund um den Ratinger Hof in der Düsseldorfer Altstadt ausgerechnet Die Toten Hosen bis heute aktiv sein würden? In ihrer Heimatstadt sind Die Hosen jedenfalls längst unantastbar, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie den örtlichen Fußballverein in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als Trikotsponsor unterstützt haben.

In dieser engen Verbindung zum Fußball liegt das Geheimnis ihres Erfolges. Die aktuelle Single „Tage wie dieser“ ist ja nicht der erste Stadion-Mitgröhl-Hit, den die Fankurven geschulte Stimme Campinos intoniert hätte, und ist nicht nur in Düsseldorf derzeit eines der meist gespielten Lieder. „Wünsch Dir was“ gehört zum Standardrepertoire jedes Stadions, wenn der Gegner 1.FC Köln heißt, mit „Bayern“ haben sie vertont, was tausende Fußballfans schon lange über die Fußballmannschaft aus der bayerischen Hauptstadt denken. „Azzurro“ war für viele der inoffizielle WM-Soundtrack zur WM in Italien 1990. Einprägsame Songs, die zu Fußballgemeingut geworden sind. So perfekt wie dieser Tage mit „Tage wie dieser“ war ihr Timing für einprägsame Stadionhits schon lange nicht mehr. Und darüber vergisst man gerne ihre prätentiöse Jubiläumsplatte „Die Geister, die wir riefen“, die an die unangenehme Seite von Die Toten Hosen erinnert: Den unbedingten Willen ihres Sängers, ein kleines bisschen Hochkultur abliefern zu wollen. 

Die Toten Hosen bei Jens Jeremies (ehemaliger FC Bayern-Profi)

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