Der Lobbyverband der Musikindustrie droht nun auch Internet Providern

Der Tonspion Wochenrückblick

Die Ifpi (Interational Federation of Phonographic Industry) lässt in ihrem aktuellen Digital Music Report mit neuen Drohungen aufhorchen und iTunes-Songs soll es auch bald für Nicht-iPodder geben. Desweiteren wurde diese Woche Merlin, eine neue und weltweite Vereinigung der Indie-Labels vorgestellt.

Diese Woche wurde der ?Digital Music Report 2007? - ein kleines Kompendium, das alljährlich über die neuesten Marktentwicklungen Auskunft gibt - von der IFPI (International Fedeartion of Phonographic Industry und Lobby-Verband der Major-Industrie) veröffentlicht.

Die globale Musikwirtschaft kann auf jeden Fall eine positive Bilanz verzeichnen: die Anzahl der Downloads erhöhte sich im Vorjahr auf insgesamt 795 Millionen und die Musikwirtschaft verdiente damit rund 2 Milliarden Dollar. Der digitale Musikmarkt wächst rasant, gleichzeitig sinken die CD-Verkäufe rapide. Und wie immer in solchen Fällen ist der Sündenbock schnell gefunden: illegales Filesharing. Deshalb will die Ifpi in diesem Jahr noch härter gegen die Piraten vorgehen. Das ist aber nicht alles: nun sollen auch die Internet Service Provider (kurz ISPs) ihr Fett abbekommen: in Zukunft sollen sie zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie die so genannten ?Internetpiraten? den Zugang zum Internet ermöglichen. Ein Jahr voller Klagen, Drohungen und Abmahnungen steht uns bevor. Es wird immer absurder.

Für alle, die keinen iPod sondern einen Audioplayer anderer Marke besitzen, stehen voraussichtlich schöne Zeiten ins Haus. Laut unbestätigten Meldungen will Apple das hauseigene DRM-Verfahren namens FairPlay für andere Audioplayer-Hersteller zugänglich machen. Das heißt im Klartext, dass man zum Abspielen für von iTunes heruntergeladene Songs keinen iPod mehr benötigt. Für welche Audioplayer dies nun zutrifft, ist bisher noch nicht wirklich klar. Apple wurde im letzten Jahr oft vorgeworfen, dass es nicht möglich ist, iTunes-Songs auf anderen Player als auf dem iPod abzuspielen. Dies hatte auch einige Klagen zur Folge. Jedenfalls könnte diese vorsichtige Öffnung den Absatz von Musik über den iTunes-Store nochmal kräftig ankurbeln und dafür sorgen, dass sich das digitale Rechtemanagement Fairplay als Standard-Kopierschutz fürs Netz durchsetzt. Vorausgesetzt man kauft kopiergeschützte Dateien und zieht Musik nicht lieber gleich im MP3-Format aus anderen Kanälen.

Jetzt haben wir nicht nur vier, sondern bald fünf Majors, denn die Independent-Labels haben sich zu einer weltweiten Vereinigung namens Merlin zusammengeschlossen, die der Vorherrschaft der Major-Labels am digitalen Musikmarkt einiges entgegensetzen will. Die Indies wollen so zum Beispiel bessere Vertragskonditionen mit Download-Shops aushandeln und einen größeren Anteil vom Kuchen als bisher abbekommen. Ob man das dann noch Indie nennen darf oder ob dann der nächste Gemischtwarenmulti den ganzen Laden einfach mal kurzerhand übernehmen wird, muss sich dann aber erst herausstellen. (pb)

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