Der Soundtrack meines Lebens: Digitalism

Die wichtigsten Einflüsse des Hamburger Elektronik-Duos

Jeder von uns verbindet bestimmte Musik mit besonderen Lebensphasen und oft sagt ein Song dabei mehr über eine Person aus als tausend Worte. In unserer Serie begeben wir uns mit Künstlern auf eine musikalische Reise durch ihr Leben. Heute mit Jens „Jence“ Moelle und İsmail „Isi“ Tüfekçi alias Digitalism.

1. MIT WELCHEM SONG VERBINDEST DU DEINE FRÜHE KINDHEIT?
Isi: Saber Rider & The Star Sheriff Theme
Ich habe früher als kleines Kind viel Fernsehen geguckt, und Cartoons waren ganz weit vorne. Saber Rider war meine Lieblingsserie, die kam immer auf Tele5. Das lief so oft, dass das einfach mein früher Kindheits-Soundtrack war.

Jence: Meine erste 7” damals… Das war wohl Ofra Haza, Im Nin’ Alu - Gates of Heaven Remix.
Der lief bei uns zu Hause rauf und runter. Das war noch bevor wir einen CD-Player hatten. Ofra Haza war damals (so Mitte 80er?) ganz groß, und sowohl die Produktion als auch ihre Stimme hatten etwas magisches.

2. WAS WAR DAS ERSTE ALBUM, DAS DU DIR GEKAUFT HAST?
Isi: Maxi! Zhane - “Hey Mr DJ”
Derber song, derber Groove… Und der lief die ganze Zeit rauf und runter bei uns im Haus der Jugend um die Ecke.

Jence: Culture Beat - “Serenity” oder Janet Jackson - “Janet”.
Ich bin mir nicht mehr genau sicher, welches der beiden Alben zuerst bei mir im Regal stand (die kamen sogar beide fast gleichzeitig raus!),
aber Culture Beat waren damals ganz groß (ich war da noch fast in der Grundschule) nach “Mr. Vain”, aber rauf und runter lief dann doch “Janet”… Immer noch eines der besten Alben find ich. Sogar Flava Flav war mit drauf!

3. WELCHE PLATTE HAT DICH DAZU GEBRACHT, MUSIK ZU MACHEN?
Isi: keine spezielle Platte, sondern ein Erlebnis auf einer
Abi-Party… Ich hab’ den DJ gefragt, wo er “diesen geilen Sound” her hat. Er hatte damals House aufgelegt. Da wahrscheinlich so zweite Hälfte 1990er.

Jence: Uncanny Alliance - “I’m Beautiful Dammit”.
Das war 1993 wochenlang auf Platz 1 der “Dance Charts”, die Gerd Bischoff (Moderator und Musikjournalist-Legende aus Hamburg) jeden
Freitag Abend im Radio präsentierte. Die ganzen 12” Versionen hat er von Platte gespielt, und die waren so ziemlich der Grund, dass ich angefangen hatte, mich für Club Musik zu interessieren. Das wirkt bis jetzt nach… Ohne die “Dance Charts” hätte ich vielleicht gar nicht mit dem Auflegen angefangen.

4. MIT WELCHEM SONG VERBINDEST DU DEINE ERSTE GROßE LIEBE?
Isi: Kamuran akkor - ikimiz bir Fidaniz / Baris K edit
Diese Geschichte ist privat, dazu möchte ich mich jetzt nicht äußern.

Jence: Michael Jackson - “Man In The Mirror”.
Das war der Soundtrack für viele von uns auf einer frühen Klassenreise. Da geht sowas ja los.

5. WAS SIND FÜR DICH DIE GRÖßTEN SONGS DER POP-GESCHICHTE?
Beide: Die Songs, die ihrer Zeit voraus waren, neues probiert haben, aber es trotzdem geschafft haben, mega viele Platten zu verkaufen.

6. WELCHE PLATTE KANNST DU IMMER HÖREN?
Isi: The Cure - “A Forest”
Der Song ist relativ simpel, aber sehr tief und berührt mich persönlich. Ich mag vor allem auch, wie untight damals alles eingespielt wurde. “A Forest” ist irgendwie so zeitlos, dass es nie langweilig wird.

Jence: Souls of Mischief - “93 Till Infinity”
Wie schon oben erwähnt war 1993 ein wichtiges, einschneidendes Jahr für mich, musikalisch. “93 till Infinity” ist für mich immer noch einer der besten Hiphop tracks die es je gab, vor allem wegen der Atmosphäre, die er erzeugt, und dem Style der Souls of Mischief. Der wurde hart gefeiert.

7. WELCHE MUSIK HAT EURE NEUEN SONGS BEEINFLUSST?
Post-punk, New Wave, Electroclash. Sowas lief hier viel bei uns im Studio die letzten Monate. Darunter auch viel Neue Deutsche Welle, die sich teilweise durch krasse Endzeitstimmung auszeichnet — damals hätte durch das Wettrüsten von West und Ost die Welt ja jederzeit enden können.

8. WELCHER SONG SOLL AUF DEINER BEERDIGUNG GESPIELT WERDEN?
Digitalism wird nicht beerdigt und lebt bis in alle Ewigkeit als digitale Einheit weiter.

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