Der Soundtrack meines Lebens: Sarah Lesch

Eine musikalische Rundreise durch das Leben der Liedermacherin

Jeder von uns verbindet bestimmte Musik mit besonderen Lebensphasen und oft sagt ein Song dabei mehr über eine Person aus als tausend Worte. In unserer Serie begeben wir uns mit Künstlern auf eine musikalische Reise durch ihr Leben. Dieses Mal mit der Liedermacherin Sarah Lesch.

Schon 2012 machte sich Sarah Lesch mit ihrem Debütalbum mit den grandiosen Titel “Lieder aus der schmutzigen Küche” einen Namen in den erlesenen Kreisen deutscher Liedermacher. Am 11.08.2017 erschien nun ihr drittes Album “Da draussen”. 

Video: Sarah Lesch - Da draussen

In den fünf Jahren dazwischen ist sie mit ihrer Musik gewachsen, schreibt noch pointierte Texte und Melodien, bezieht noch klarer Stellung, als sie es sowieso schon immer tat. 

Wir wollten wissen, was diese musikalische Poetin in ihrem Leben geprägt hat.

1. Gibt es für dich einen ersten bewussten Musikmoment?

Ja, den gibt es. Mein Vater ist Musiker und hatte, als ich klein war, eine Ostrockband in der DDR. Die waren ziemlich beliebt. Wir hatten keinen Kontakt zu dieser Zeit, doch eines Tages rief er an und sagte meiner Mutter, dass er in der Nähe ein Konzert spielt. Ich war schon in der Badwanne gewesen und meine Mutter musste mir die langen, nassen Haare zu Zöpfen flechten, damit ich mich nicht erkälte, und nahm mich im Schlafanzug und Bademantel mit zum Konzert. Wir standen in der tobenden Menge, was echt beeindruckend war. Hinter der Bühne bin ich ihm in die Arme gelaufen. Das ist ein ganz starkes Bild in mir geblieben.

2. Was war das erste Album, das du dir gekauft hast und gefällt es dir heute noch?

Das war “The Spaghetti Incident?” von Guns ‘n’ Roses  (Die erste “Schlümpfe Hits” nicht mitgezählt) und: Ja- es gefällt mir immernoch (die Schlümpfe auch)

3. Hast du einen All-Time-Favourite? Irgendwas, das du schon immer hoch und runter hören kannst?

"African Herbsman" von Bob Marley

4. Was ist dir wichtiger: Text oder Musik?

Der Text ist mir wichtiger.

5. Welche Platte hat dich dazu gebracht, Musik zu machen und warum?

Funny van Dannens “Basics”. Ich fand das so geil, wie der Typ aus nichts große Kunst macht. Wie er mit Sprache umgeht, wie einfach seine Songs sind und dass ich die auch spielen kann. Da dachte ich: Vielleicht kann ich dann auch Lieder schreiben. So fings an, dass ich mich getraut hab. Sehr inspirierend. Danke Funny – mein Herz!

6. Welchen Song hättest du gerne selbst geschrieben?

Schöne Frage! „Komm Küssen“ von Nils Koppruch

7. Deine Texte sind oft sehr politisch und gesellschaftskritisch? Findest du, dass es die Pflicht eines Musikers ist, solche Themen anzusprechen?

Ich möchte mir ungern anmaßen zu beurteilen, was anderer Künstler Pflicht ist. Ich schreibe über das, was mich bestürzt, was mich betrifft. Über Dinge, die ich empfinde und für die ich keine Worte habe. Für sie habe ich Lyrik und Lieder. Was uns Musiker allgemein angeht: Jeder, der in dieser Gesellschaft lebt, ist auch Teil von ihr, ist Teil ihrer politischen Diskurse und ihrer Kultur. Er erzählt aus ihrer Mitte und von ihren Menschen und prägt sie dadurch automatisch auch wieder. Wie er das tut, sollte man allerdings einem Künstler selbst überlassen. Wie schon Bob Marley sang: “None, but ourselves can free our minds.”

8. Zum Abschluss: Hast du eine aktuelle Empfehlung, die bei dir im Moment auf Dauerrotation läuft?

Faber, “Sei ein Faber im Wind!” – ungaublich sexy und schlau. Und anders. Und Tom-Waits-haft. Durchtrieben, rotzig und tanzbar. Und klug. Sowas mag ich.

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